Umstrittenes Feiertagsgesetz

User diskutieren: Heftiger Streit um Tanzverbot

München - Seit Donnerstagmorgen, 2 Uhr, ist öffentliches Tanzen in Bayern verboten. So will es das Gesetz. Unter unseren Usern ist ein heftiger Streit entbrannt, inwieweit die Regel zeitgemäß ist.

Von Gründonnerstag bis Karsamstag ist in Bayern das öffentliche Tanzen nicht erlaubt. Das Verbot ist im Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage geregelt, dessen konkreten Inhalt jedes Bundesland selbst bestimmen darf. In Bayern ist von "stillen Tagen" die Rede. Die Regel hat ihren Ursprung im Glauben und in der Religion.

Weil das generelle Tanzverbot zuletzt immer umstrittener war, lockerte der Bayerische Landtag die Vorschrift im Juli 2013. Seitdem darf in alle Feiertage bis 2 Uhr morgens hineingefeiert werden. Die einzige Ausnahme bilden nach wie vor Karfreitag und Karsamstag – hier gilt das längste durchgehende Tanzverbot im Jahr. Ab Gründonnerstag 2 Uhr herrscht 70 Stunden lang Ruhe in den Diskotheken und Clubs – eine Regel, die bei unseren Usern auf Zustimmung, teilweise aber auch auf heftige Ablehnung stößt.

Kritiker des Tanzverbots:

merkur-online-User Horst findet das Party-Verbot schlicht „eine Unverschämtheit“.

Facebook-Userin Sonja S. schreibt: „Es tut ja keinem weh wenn getanzt wird. “

Andrea S. findet das Gesetz längst überholt, schließlich sei nicht jeder gläubiger Katholik. „Zudem ist tanzen an sich gesund und hält fit“, ergänzt sie mit einem Augenzwinkern.

merkur-online-User ichsachmal sieht das ähnlich: „Als ob es irgendjemanden stört, wenn in einer Disko Musik läuft oder getanzt wird. Draußen bekommt man es nicht mit. Wen es stört, braucht nicht rein.“

Andere User werfen gleich staatsrechtliche Fragen auf. Saulus bemängelt: „Katastrophal, dass die Trennung von Staat und Kirche in Bayern immer noch nicht funktioniert.“

User Gandalf hat gleich die passende Lösung dazu parat: Er fordert, alle kirchlichen Feiertage abzuschaffen und jedem Menschen fünf freie Tage im Jahr zur Wahl zu geben.

Verteidiger des Tanzverbots:

Gleichzeitig finden viele User das Tanzverbot alles andere als unzeitgemäß. Ferdinant warnt vor einer Lockerung der Regel. Man dürfe sich nicht dem Zeitgeist unterwerfen.

User Hubert erwartet mehr Rücksicht gegenüber Gläubigen: „Wo bleibt die Toleranz gegenüber denjenigen, die noch religiöse Gefühle haben? Ich möchte kein lautes Feiern und Grölen am Karfreitag. Es geht auch um Respekt. Ich denke, das Tanzverbot an Karfreitag sollte bleiben. Wer nicht verzichten kann, der muss zu Hause im Keller feiern. Karfreitag ist ein ganz besonderer Tag, auch wenn es viele nicht mehr interessiert.“

Alfons M. hält nichts von einer möglichen Lockerung des Gesetzes: „Es gibt gewisse Traditionen und Regeln, die es zu erhalten gilt“, schreibt er.

Gaby G. sieht das ähnlich: „Das soll so bleiben, wir haben ja eh kaum noch eigene Werte in unserem Land“, meint sie.

Auch Peter S. stört sich an der massiven Kritik an der Regelung: „Man kann fast das ganze Jahr über Party machen. Da kann man mal ein paar Tage die Füße stillhalten.“

Moderate Ansicht:

Fakt ist: Die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern eines Tanz-Gesetzes sind verhärtet. Nur wenige User zeigen sich versöhnlich. Swapinga, die sich selbst als ungläubig bezeichnet, versucht die Verbissenheit aus der Diskussion zu nehmen und schreibt: „Wenn wir schon einen freien Tag wegen eines religiösen Festes bekommen, dann können wir das doch wenigstens respektieren und uns über den freien Tag freuen.“

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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