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Bauernverband beschwerte sich

Nach umstrittenem Video: Werberat kritisiert Katjes - “sehr einseitige Darstellung“

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Katjes hat einen Werbespot für vegane Schokolade veröffentlicht. Die industrielle Milchviehhaltung kommt dabei nicht gut weg. Kritik kommt auch vom Werberat.

Update vom 18. Oktober: Es gab viel Kritik an einem Katjes-Werbespot für vegane Schokolade - besonders vom Bayerischen Bauernverband, der Beschwerde beim Deutschen Werberat eingelegt hat. Dieser forderte Katjes jetzt zu einer Stellungnahme auf. Das sagte die Leiterin des Rats, Katja Heintschel von Heinegg am Freitag.

Eine Sprecherin des Süßwarenunternehmens bestätigte, die Aufforderung des Werberates erhalten zu haben. Die Vorwürfen sollen nun geprüft werden, weitere Details könne man aktuell nicht nennen.

„Der Clip ist eine sehr einseitige und überzogene Visualisierung von Massentierhaltung“, kritisierte Werberat-Leiterin von Heinegg. Damit werde suggeriert, dass alle Molkereien ihre Tiere so hielten und jeder Milchkonsument Tiere ausbeute. Der Rat habe den Fall zudem auch an die Wettbewerbszentrale weitergeleitet, so von Heinegg. Diese prüfe, ob das Werbevideo gegen das Wettbewerbsrecht verstoße.

Erstmeldung: Katjes polarisiert mit Werbespot für vegane Schokolade

München - Eine Armee finster dreinschauender Kühe marschiert stampfend im Gleichschritt, Melkmaschinen pumpen Milch aus ihren prallen Eutern. Das Bild, dass der neue 15-sekündige Katjes-Werbespot von der industriellen Milchviehhaltung zeichnet, ist ziemlich düster. 

Katjes bewirbt damit unter dem Slogan „Jedes Leben ist wertvoll“ seine vegane Schokolade „Chocyes“. Denn nach der Hälfte des Clips brechen goldene Haferähren zu Glockenklängen aus einer gigantischen Schokoladentafel. „Tiere sind keine Milchmaschinen, auch nicht für Schokolade“, verkündet eine Frauenstimme dazu. Die Bilder verheißen eine süße Zukunft ohne Tierleid, unter dem Motto „Cool ohne Kuh“. Haferdrink statt Milch.

Bayrischer Bauernverband kritisiert Werbespot von Katjes

Doch die Schokoladen-Werbung von Katjes kommt nicht bei allen gut an. Zum Beispiel beim Bayerischen Bauernverband. Dessen Pressesprecher Markus Drexler nannte den Spot für die vegane Nascherei bei Twitter „armselig und symptomatisch für das, was in Debatte rund um Essen & Tierhaltung schief läuft“. Weil der Film zudem „diskriminierend und ungerechtfertigt sei“ habe der Bauernverband Beschwerde beim Deutschen Werberat eingelegt.

Lob und Kritik für Werbespot von Katjes auf Facebook

Auf der Facebook-Seite von Katjes finden sich unter dem Post zum Werbespot für die vegane Schokolade inzwischen mehr als 4500 Kommentare. Etliche User bejubeln den Clip. Einer schreibt: „Sehr gute Entscheidung. Ich würde eine mittelfristige Umstellung auf ein rein veganes Sortiment begrüßen.“ Anderen gefällt die drastische Darstellung der Milchproduktion: „Geile Werbung Katjes. Danke, dass Ihr die Wahrheit sagt.“ Ein anderer schreibt: „Endlich mal eine Werbung, die die Tatsachen nicht verdreht!“

Doch es gibt auch deutliche Kritik, ähnlich der des Bayerischen Bauernverbands. „Das ist das Allerletzte! Ich werde keine Katjesprodukte mehr kaufen! Es geht überhaupt nicht, die Landwirtschaft so zu verhöhnen!“, lautet ein Kommentar. Ein weiterer Nutzer schreibt, der Werbespot für die vegane Schokolade würde die Bauern unter „Generalverdacht“ stellen. „Kein Katjes mehr. Das geht gar nicht. Überlegt mal, wer euch satt macht. Richtig! Die Bauern. Diese Leute zu verhöhnen ist das Letzte“, empört sich ein User und stößt damit in das selbe Horn, wie der Bayerische Bauernverband.

kam/dpa

Wegen der Platzierung einer Werbe-Anzeige wird derzeit in Bonn diskutiert: An einer Kirche prangt ein riesiges Aldi-Werbeplakat.

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