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Nach dem Aus für das geplante "Bombodrom" in Brandenburg will die bayerische Staatsregierung nicht grundsätzlich an dem umstrittenen Bombenabwurfplatz im niederbayerischen Siegenburg rütteln.

Bayern hält an Bombenabwurfplatz fest

Siegenburg - Nach dem Aus für das geplante "Bombodrom" in Brandenburg hält die bayerische Staatsregierung an dem umstrittenen Bombenabwurfplatz im niederbayerischen Siegenburg fest.

"Bayern steht zur Bundeswehr", erklärte Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) am Montag laut Mitteilung. Dies bedeute aber auch, dass die Bundeswehr notwendige Übungsmöglichkeiten haben müsse. "Die militärischen Bedürfnisse müssen aber mit den Interessen der betroffenen Menschen bestmöglich in Einklang gebracht werden", meinte Schneider.

Im Gegensatz zu Bayern verlangte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), den Luft-Boden-Schießplatz "Nordhorn Range" in Niedersachsen zu schließen. Bereits in der vergangenen Woche hatten auch niederbayerische Politiker eine Schließung des Militärareals bei Siegenburg verlangt. Das Verteidigungsministerium hatte nach jahrelangem Streit entschieden, dass die Kyritz-Ruppiner Heide bei Wittstock nicht zum dritten Bombenabwurfplatz in der Bundesrepublik ausgebaut wird. Das "Bombodrom" sollte Siegenburg und Nordhorn vom Fluglärm entlasten. Der Siegenburger Übungsplatz stammt noch aus Zeiten der Nazidiktatur. Dort üben Kampfpiloten der Bundeswehr und der US-Streitkräfte.

Der Freistaat werde nun mit dem Bund und den Amerikanern über die weitere Nutzung Siegenburgs reden, sagte Staatskanzleichef Schneider. Bayern werde genau darauf achten, dass Siegenburg nicht stärker als bisher belastet wird. Im Fall von Nordhorn will Ministerpräsident Wulff hingegen keinen weiteren Übungsbetrieb akzeptieren. "Wir erwarten die Verlagerung der Einsätze ins Ausland und in Simulatoren und damit die Aufgabe unseres Platzes", sagte er der Zeitung "Die Welt" (Montag). Für Siegenburg hatten bereits der niederbayerische CSU-Bezirksvorsitzende Manfred Weber (CSU) und der Kelheimer Landrat Hubert Faltermeier (Freie Wähler) eine Einstellung des Übungsbetriebs verlangt. Siegenburgs Bürgermeister Franz Kiermaier (CSU) hat in den Medien eine Klage gegen den weiteren Betrieb des Bombenabwurfplatzes angekündigt.

dpa

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