Unterrichten hier bald Master aus Hessen?

Bayern will Lehrer tauschen

München - Bildungsminister Spaenle will die Ausbildung vergleichbar machen und Lehrern aus anderen Bundesländern den Einstieg in Bayern erleichtern.

Bayern will sich verstärkt für Lehrer aus anderen Bundesländern öffnen und bürokratische Hürden abbauen. Der Lehreraustausch soll Bestandteil eines Bildungsstaatsvertrags sein, der mit anderen Bundesländern geschlossen werden soll. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) will den Vertragsentwurf heute zusammen mit seinen CDU-Ministerkollegen Johanna Wanka (Niedersachsen) und Brunhild Kurth (Sachsen) in Berlin vorstellen.

Ziele des Vertrags, der unserer Zeitung vorliegt, sind die Vereinbarung gemeinsamer Bildungsstandards, regelmäßiger vergleichender Schultests sowie die Anerkennung von Abschlüssen in der Lehrerausbildung. „Bisher gibt es für Lehrer, die von einem Bundesland zum anderen wechseln wollen, viele administrative Hindernisse“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, der den geplanten Staatsvertrag begrüßt. Unter anderem gibt es manche Fächerverbindung in Bayern nicht, zum Beispiel Mathematik/Deutsch oder Physik/Chemie am Gymnasium. In dem Entwurf für den Staatsvertrag ist von einem „Lehreraustauschverfahren“ die Rede. „Im Austauschverfahren ist jedes Land grundsätzlich bereit, mindestens ebenso viele Lehrkräfte aus anderen Ländern zu übernehmen, wie Lehrkräfte in andere Länder abgegeben werden“, heißt es.

Auch wäre Bayern bereit, Master-of-Education-Abschlüsse anzuerkennen. Master-Abschlüsse als vollwertige Lehrerausbildung gibt es in einigen Bundesländern wie etwa Bremen, Nordrhein-Westfalen oder Hessen, nicht jedoch in Bayern. An bayerischen Universitäten sei die Einführung eines „Master of Education“ als Ersatz für das Staatsexamen auch nicht geplant. In Berlin will Spaenle heute für den Staatsvertrag werben, dem sich möglichst viele Bundesländer anschließen sollen. Ein Staatsvertrag, dem der Landtag zustimmen müsste, habe eine höhere Wertigkeit als bloße Vereinbarungen auf der Konferenz der Kultusminister. Allerdings hat bisher kein SPD-geführtes Bundesland Zustimmung signalisiert.  

dw

Rubriklistenbild: © dapd

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