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Bayern wird alt. Demographische Daten für alle Kommunen über 5000 Einwohnern gibt es unter www.wegweiser-kommune.de.

Bayern wird alt

München - Brauchen wir in Bayern neue Schulen – oder doch besser mehr Pflegeheime? Eine aktuelle Studie, die Prognosen für das Jahr 2030 anstellt, weist den Weg. Grobe Erkenntnis: Auch der Freistaat vergreist.

Gestern war der Tag der demographischen Studien. Die Weltbevölkerung wird immer größer und jünger, hieß es in New York. In Berlin verkündete Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich die Erkenntnis, dass die Bevölkerung in Deutschland bis 2060 drastisch schrumpft – und die Bertelsmann Stiftung präsentierte regionale Bevölkerungsprognosen mit demselben Tenor. Hier die wichtigsten Ergebnisse aus dem Bertelsmann-Gutachten.

Mehr Bayern

Es gibt immer mehr Bayern – anders als in allen anderen Flächenbundesländern wächst die Bevölkerung im Freistaat. Im Jahr 2030 werden hier 12,61 Millionen Bürger leben, heute sind es 12,54 Millionen. Das ist ein Anstieg um 0,8 Prozent, der Bundesdurchschnitt liegt im Minusbereich (-3,7 Prozent). Die Entwicklung in den einzelnen Kreisen ist sehr unterschiedlich. Die Stadt München, dieser Trend zeichnet sich schon seit Jahren ab, wird in knapp 20 Jahren 14,8 Prozent mehr Bewohner haben – das wären dann 1, 5 Millionen Bürger. Ähnlich stark wachsen die Städte Dresden (+ 12) oder Leipzig (+ 9). In Oberbayern sind Landkreise wie Weilheim-Schongau und Traunstein (beide + 1,1 Prozent) sowie Garmisch-Partenkirchen (+ 0,4) zwar am unteren Ende der Rangliste aufgeführt – aber im Vergleich zu oberfränkischen Landkreisen wie Wunsiedel (-18,9) in einer komfortablen Lage.

Weniger Kinder

Zwar wächst die bayerische Bevölkerung, doch es kommen aber immer weniger Kinder zur Welt. So schrumpft die Zahl der unter Dreijährigen bis 2030 bayernweit um 5,9 Prozent. Wieder schlägt München in die andere Richtung aus: Dort steigt der Anteil der Kleinkinder um fast 16 Prozent. Während Kreise in der Nähe der Landeshauptstadt, etwa Ebersberg (+ 4,1) oder Dachau (+ 3,1), offenbar vom Ballungsraum profitieren, unterbieten andere wie Garmisch-Partenkirchen (- 9,2) und Weilheim-Schongau (- 8,2) den landesweiten Negativtrend noch. Ähnlich ist die Entwicklung bei den Drei- bis Fünfjährigen. Diese Tendenzen wirken sich logischerweise auch auf die Schülerzahlen aus – schon 2030 gibt es landesweit 8,8 Prozent weniger Grundschüler als heute. Während die Einrichtungen in München unter dem Ansturm von fast einem Drittel mehr Grundschülern ächzen werden, müssen im Landkreis Kronach (- 34,4) voraussichtlich einige Schulen schließen. Besonders dramatisch ist die Bayern-Prognose für die Zahl der Jugendlichen. Im Freistaat schrumpft die Gruppe der 16- bis 18-Jährigen um 22,4 Prozent. Auch in Oberbayern gibt es bedenklich hohe Verluste: Kreis Rosenheim (- 25,1), Berchtesgadener Land (-22,7), Kreis Miesbach (- 20,9). Rechnet man zurück, passt dies zur Tendenz, dass Frauen in Bayern heutzutage verhältnismäßig spät und dann wenige Kinder bekommen – durchschnittlich nämlich mit 31 Jahren. Das liegt über dem Bundesschnitt (30,4). Die ältesten Mütter Bayerns kommen übrigens aus dem Kreis Starnberg (33).

Weniger Eltern

Das Problem mit dem Nachwuchs wird sich bis 2030 verschärfen – denn die Elterngeneration, die Studie siedelt diese von 23 bis 36 Jahren an, nimmt ab, bayernweit um 6 Prozent. In diesen Lebensjahren ist die Geburtenwahrscheinlichkeit am höchsten.

Mehr Hochbetagte

Weniger Kinder, weniger Jugendliche, weniger Eltern – aber immer mehr alte Menschen. Die Zahl der über 80-jährigen Männer und Frauen im Freistaat wird bis zum Jahr 2030 um 64 Prozent steigen. Oberbayern vergreist dabei am stärksten. Eine Ursache könnte die gute Infrastruktur sein, die Mobilität auch im hohen Alter möglich macht. In den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Rosenheim, Erding, Freising, Pfaffenhofen, Fürstenfeldbruck, München und Landsberg werden in weniger als zwei Jahrzehnten mindestens 84 Prozent mehr Menschen über 80 leben – soweit die grobe Einteilung (siehe Karte). Zum Teil sind die Zuwächse noch deutlicher, zum Beispiel in Dachau (+ 119,9) oder Ebersberg (+ 118,9). Demgegenüber stehen Kreise wie Hof oder Wunsiedel, die den Schnitt merklich drücken.

Alte Frauen

In der Gruppe der über 80-Jährigen gibt es mehr Frauen als Männer. Das liegt an der durchschnittlich höheren Lebenserwartung und daran, dass im Zweiten Weltkrieg viele junge Männer ums Leben gekommen sind.

Carina Lechner

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