Bayern zählt 12.000 Neubürger

München - Gut ein Jahrzehnt nach der Liberalisierung des Staatsbürgerschaftsrechts lassen sich in Bayern weniger Ausländer einbürgern als zu Beginn. 2010 zählte das Innenministerium 12.021 Neubürger. 

Das waren rund 8000 weniger als im Jahr 2000, wie das Innenministerium am Montag in München bekanntgab. Im Vergleich zu 2009 gab es einen minimalen Rückgang von 31 Fällen. Außerdem lebten im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Menschen ohne deutschen Pass in Bayern, 22.000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung lag jedoch mit 8,7 Prozent ebenfalls unter dem früheren Spitzenwert von 9,4 Prozent. Bayern rangiert damit unter den Flächenländern deutschlandweit an vierter Stelle, Spitzenreiter ist Hessen. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte, dass die Staatsregierung wegen des Fachkräftemangels ausländische Nachwuchsakademiker in Bayern halten will. “Wir sind sehr daran interessiert, dass ausländische Absolventen nach ihrem Studium in Bayern bleiben und arbeiten.“ Eine Erleichterung der Einbürgerung - wie die Abschaffung der Einbürgerungstests - lehnte Herrmann aber strikt ab. Die Tests seien “absolut notwendig“, außerdem hätten ihn im Jahr 2010 immerhin 98 Prozent der Teilnehmer bestanden. “Heute kann man sagen: alles Blödsinn“, sagte Herrmann zur anfangs vielfach geäußerten Kritik, die Tests seien zu schwer.

Der Innenminister überreichte im Verlauf der Pressekonferenz die Einbürgerungsurkunden an zwei aus Usbekistan eingewanderte Neubürger: Alexander Mazo, Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg, und seine Frau Roza. Herrmann begrüßte beide als Vorbilder einer gelungenen Integration. “Wir fühlen uns wohl und sicher in Deutschland“, sagte Mazo als Antwort auf die Frage, warum sich das Ehepaar einbürgern ließ. Sie wollten nicht nur in Deutschland leben, sondern auch Teil der Gesellschaft sein. Usbekistan ist als Herkunftsland indes nicht repräsentativ: Die größte Gruppe der Eingebürgerten bilden mit 23,9 Prozent Europäer aus den anderen EU-Mitgliedstaaten. Stärkstes einzelnes Herkunftsland ist nach wie vor die Türkei mit einem Anteil von 17,7 Prozent.

lby

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