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Auch an der Rosenheimer Straße in München besitzt die GBW AG Wohnungen.

Bayern LB: Städte warnen vor Kahlschlag

München - Werden hier 34 000 Wohnungen versilbert? Die kriselnde Bayerische Landesbank wird sich wohl vom Wohnungsunternehmen GBW AG trennen müssen. Spricht Seehofer ein Machtwort?

Das Kürzel GBW AG ist kaum bekannt. Dabei handelt es sich um das größte Wohnungsbauunternehmen in Bayern. Über 34 000 Wohnungen gehören der GBW AG , darunter viele tausend in München und Oberbayern. Das Unternehmen wiederum ist zu über 90 Prozent in Besitz der Bayerischen Landesbank. Die Staatsbank, die zehn Milliarden Euro Verlust angehäuft hat, soll sich jetzt von knapp 130 Beteiligungen trennen – vom schon legendären Schlosshotel am Wörthersee ebenso wie von den Sozialwohnungen der GBW AG. „Auch die GBW ist von der Diskussion nicht ausgenommen“, bestätigt ein Landesbank-Sprecher.

Der Bayerische Städtetag sieht das „mit großer Sorge“, wie Städtetags-Chef Schaidinger ( CSU ) jetzt an Ministerpräsident Seehofer schrieb. „Die Städte müssen zwar hinnehmen, dass die Bayerische Landesbank diesen Immobilienbestand wahrscheinlich verkaufen muss.“ Aber der Freistaat dürfe sich „nicht vor seiner sozialen Verantwortung für 34 000 Mietwohnungen und damit für rund 100 000 Menschen drücken“. Mieter könnten „zum Spielball von Spekulanten werden“. Konkret fordert der Regensburger OB einen lebenslangen Ausschluss von Eigenbedarfskündigungen für Mieter über 60 Jahren; für alle übrigen Mieter auf die Dauer von 15 Jahren. Ferner den Ausschluss von Luxussanierungen und eine Beschränkung von Mieterhöhungen. Seehofer müsse dies noch vor der Bundestagswahl versprechen.

Ähnliche Forderungen hatte zuvor Münchens OB Christian Ude ( SPD ) erhoben. Der Münchner Mieterverein sammelt schon Unterschriften. Auch der Bürgermeister von Germering, Andreas Haas ( CSU ), will sich gegen den Verkauf wehren. Ebenso die Landtags-SPD – die GBW dürfe nur an ein Unternehmen veräußert werden, das durch sein „Geschäftsverhalten soziale Verantwortung“ gezeigt habe, erklärt der Abgeordnete Reinhold Strobl. Die Landtags-Grünen sehen den Ball auch bei Schaidinger , der im Verwaltungsrat der Bayern LB sitzt und aktiv werden könne. Bei der GBW AG selbst ist die Stimmung äußerlich gelassen. „Wir machen das, was wir immer schon gemacht haben“, sagt Sprecherin Inken Heeb. „Wir vermieten, verkaufen, kaufen und modernisieren.

Dirk Walter

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