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Die Ottheinrich-Bibel ist ab 12. Mai im Rahmen einer Ausstellung auf Schloss Neuburg zu sehen.

Mitspielen und gewinnen

35. Bayernrätsel: Die achte Frage

Neuburg a.d. Donau - Achte und letzte Runde beim 35. Bayernrätsel des Münchner Merkur: Bei der achten Folge geht es um die Ottheinrich -Bibel.

„Sie scheuen das grelle Licht und sind doch keine finsteren Gesellen. Meist ruhen sie verborgen, doch wenn sie erwachen, raubt einem ihre Schönheit den Atem.“ Aus aller Welt reisen sie am 12. Mai nach Schloss Neuburg, um dort drei Monate lang bis 7. August um die Wette zu strahlen. „Danach geht es zurück ins Bett zum Erholungsschlaf“.

Die Königin der Prachthandschriften

Die Rede ist von den kostbarsten Handschriften der Epoche zwischen Spätmittelalter und Renaissance. Für ein einmaliges Ereignis verlassen sie in diesem Sommer ihr lichtgeschütztes Ruhebett in den Magazinen der weltweit bedeutendsten Bibliotheken und versammeln sich im Renaissanceschloss, das der Büchernarr Ottheinrich zur prachtvollen Residenz seines Fürstentums Pfalz-Neuburg ausbauen ließ.

Dort treffen sie auf Tafelmalereien, Skulpturen, Goldschmiedearbeiten und Schatzobjekte, die Leihgeber aus ganz Europa von Wien bis Rom, von Prag bis London, ja sogar aus Übersee von Chicago nach Neuburg bringen. Anlass der Bayernreise der wertvollen Leihgaben ist die Ausstellung „Kunst und Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“. Wie ihr Titel verrät, lädt die Königin der spätmittelalterlichen Prachthandschriften zum Stelldichein, die Ottheinrich-Bibel.

Das  Werk erhielt in Schloss Neuburg seinen letzten Schliff

Das erste mit erlesenem Bilderschmuck versehene Neue Testament in deutscher Sprache erhielt in Schloss Neuburg seinen letzten Schliff. Die Riesenbibel von über einem halben Meter Höhe wurde hier um 1530 mit 117 Miniaturen von Ottheinrichs Hofkünstler Mathis Gerung vollendet. 100 Jahre zuvor hatte der bayerische Herzog Ludwig der Bärtige, Bruder der Königin von Frankreich, das innovative Großprojekt einer illustrierten Bibelübersetzung angestoßen.

Die heute in acht Bände zerlegte Bibel, die erstmals in ihrem vollen Umfang in Schloss Neuburg gezeigt wird, ist in gleicher Weise durch den Initiator der Bibel wie durch ihren Vollender geprägt. Die Hofkunst beider Auftraggeber steht daher im Mittelpunkt der Ausstellung, die Innovation und Umbrüche der Kunst im Zeichen des Glaubens vom Spätmittelalter bis zur Reformation nachzeichnen wird.

Das Jahrhundert der Laienbibel, die in prachtvollen Bildern den ins Deutsche über-setzten Bibeltext vor Augen führt, wird in der Ausstellung in Schloss Neuburg vorgestellt. Wer mit offenen Augen durch Bayern reist, wird überall die Vielfalt der Glaubenskulturen entdecken, die die Kunst des Landes prägten. Der Endpunkt der diesjährigen Reise unseres Bayernrätsels ist dafür das beste Zeugnis.

Zehn Jahre nachdem Pfalzgraf Ottheinrich das Jahrhundertwerk der Ottheinrich-Bibel vollenden ließ, konvertierte er zum protestantischen Glauben. Eine neuere Bibelübersetzung trat in den Fokus seiner Kunstpolitik und wurde 1543 zur Grundlage der Ausstattung seiner neu errichteten Schlosskapelle mit einem Panorama biblischer Bilder. Wie sehr dieser erste protestantische Kirchenbau in Deutschland vom künstlerischen Schmuck dieser Bibelübersetzung profitierte, wird ein weiterer Schwerpunkt der Neuburger Ausstellung sein.

Von der Prachthandschrift der Ottheinrich-Bibel bis zum seltenen, mit kolorierten Holzschnitten ausgestatteten Bibeldruck führt ihr Parcours, der Schloss Neuburg für drei Monate wieder zu dem machen wird, was es bereits einmal unter Pfalzgraf Ottheinrich war: ein Nabelpunkt der Bücher- und Kunstwelt.

Weitere Informationen zur Ausstellung www.ausstellung-neuburg.de

Lesen sie dazu auch:

Die protestantische Kultur in Bayern 

Weitere Informationen zur Ausstellung „Kunst & Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“: www.ausstellung-neuburg.de

Das 35. Bayernrätsel ist beendet

Es gibt viele tolle Preise zu gewinnen.

Mitmachen kann jeder – ausgenommen die Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlag, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums und der Schlösserverwaltung.

Schirmherr ist Heimatminister Markus Söder. Hier geht's zum Grußwort.

Antwort Frage 8

Letzte Woche haben wir gefragt: Von welchem Übersetzer stammt die Bibel, die die Bildwelt der Neuburger Schlosskapelle inspirierte?

Die richtige Antwort lautet: Martin Luther

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