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Die Stadtresidenz Landshut, der Innenhof mit Arkaden.

Mitspielen und gewinnen

35. Bayernrätsel: Die dritte Frage

München - Dritte Runde beim 35. Bayernrätsel des Münchner Merkur: Bei der dritten Folge geht es um die Stadtresidenz Landshut.

Ein Maler für die Schlosskapelle 1505 war nach 250 Jahren Landesteilung die Einheit Bayerns mit seinen Landesteilen Ober- und Niederbayern dauerhaft wiederhergestellt. Von 1514 bis 1545 regierten die Brüder Wilhelm IV. (1493–1550) und Ludwig X. (1495–1545) das Herzogtum Bayern gemeinsam. Neben München wurde Landshut zur Residenzstadt.

Kunsttransfer von Landshut nach Neuburg

Vor dem Hintergrund der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit machte der weltoffene Herzog Ludwig X. seinen Landshuter Hof zu einem bedeutenden Zentrum humanistischer Gelehrsamkeit und höfischer Kunst der Renaissance. Ausdruck davon ist auch sein Wirken als Bauherr. Gegenüber dem Landshuter Rathaus ließ er ab 1536 unter Leitung des Augsburger Architekten Bernhard Zwitzel einen Stadtpalast errichten. Dieser war im Stil der deutschen Renaissance geplant worden – wie auch die zeitgleichen Erweiterungen im Schloss Neuburg an der Donau durch den Pfalzgrafen Ottheinrich (1502–1559).

Eine Italienreise Ludwigs X. im Jahr 1536 führte jedoch zu einer völligen Neukonzeption seiner Stadtresidenz. 1537 wurde der Grundstein zu einem zweiten „Italienischen“ Bau gelegt, der die aktuellen Architekturströmungen nach italienischem Muster mit reich verzierter Fassade, gewölbten Sälen, neuartigen Stuckdekorationen und einem anspruchsvollem Bildprogramm aufgriff. Insbesondere der Palast seines Vetters Federico II. Gonzaga in Mantua, der berühmte, von Giulio Romano erbaute Palazzo Te, hatte den Fürsten auf seiner Reise nachhaltig beeindruckt. Zur malerischen Ausstattung engagierte Ludwig X. Künstler, die seinen Wunsch nach „Italianità“ erfüllten: den Niederländer Herman Posthumus und den Salzburger Hans Bocksberger d. Ä., der zuvor in Rom tätig gewesen war. Dieser schuf für seinen fest im katholischen Glauben verankerten Auftraggeber in Landshut unter anderem die Ausmalung der Residenzkapelle mit einer Himmelfahrt Christi im Kreis der Apostel. Bocksberger, der 1531 als Geselle im Falkenturm des fürstbischöflichen Castello del Buonconsiglio in Trient nachweisbar ist, avancierte aufgrund seiner Fähigkeit, die Vorbilder der italienischen Hochrenaissance und des Manierismus umzusetzen, rasch zum bevorzugten Maler am Landshuter Hof.

Bocksbergers künstlerische Leistungen fanden viel Beachtung

Bocksbergers künstlerische Leistungen im Bereich der Wand- und Deckenmalerei beeindruckten offenbar auch Ludwigs Schwager, Pfalzgraf Ottheinrich, der ihn in unmittelbarem Anschluss mit der Ausmalung seiner Schlosskapelle in Neuburg mit einem umfangreichen protestantischen Bibelzyklus beauftragte, der diese zum ersten protestantischen Kirchenraum machte. Dass ein Künstler in dieser Epoche der Glaubensauseinandersetzungen gleichzeitig für einen katholischen und einen protestantischen Auftraggeber tätig war, mag heute verwundern. Doch für die zeitgenössischen Künstler wie für ihre fürstlichen Auftraggeber stellte dies offenbar kein Problem dar. Ausschlaggebend für Ottheinrich war die künstlerische Qualität, die von ihm gewünschte moderne Formensprache und Bocksberger Fähigkeit, die Ausmalung binnen nur eines Jahres umzusetzen. Die Schlosskapelle mit Bocksbergers Meisterwerk steht im Mittelpunkt der Ausstellung Kunst & Glaube vom 12. Mai bis 7. August 2016 in Schloss Neuburg an der Donau. Weitere Informationen zur Ausstellung „Kunst & Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“: www.ausstellung-Neuburg.de

Lesen sie dazu auch:

Die protestantische Kultur in Bayern

Weitere Informationen zur Ausstellung „Kunst & Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“:

www.ausstellung-neuburg.de 

Die 3. Frage

In welchem Jahr schuf der Salzburger Maler Hans Bocksberger die Ausmalung der Neuburger Schlosskapelle mit einem protestantischen Bildprogramm?

(Die 3. Folge des 35. Bayernrätsels ist am Freitag, 25. März, 24 Uhr, abgelaufen. Sie haben aktuell die Möglichkeit, bei der aktuellen Folge des Bayernrätsels mitzuspielen.)

So wird's gemacht

Unser Bayern-Rätsel erscheint acht Wochen lang jeden Samstag. Die Antworten müssen jeweils bis zum Freitag der darauffolgenden Woche (Datum des Poststempels entscheidet) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat acht Gewinnchancen.

Es gibt viele tolle Preise zu gewinnen.

Mitmachen kann jeder – ausgenommen die Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlag, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums und der Schlösserverwaltung.

Schirmherr ist Heimatminister Markus Söder. Hier geht's zum Grußwort.

1. Möglichkeit: Formular

Verlosung:

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

2. Möglichkeit: SMS

Wer per SMS mitmachen möchte: Schicken Sie eine SMS mit dem Text mm raetsel, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die Nummer 52020 (0,50 Euro/SMS inkl. VFD2-Anteil 0,12 Euro).

Antwort Frage 2

Letzte Woche haben wir gefragt:

Zu welchem bayerischen Teilherzogtum gehörte die Burg zu Burghausen im späten Mittelalter?

Die richtige Antwort lautet: Bayern-Landshut

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