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Das Schloss Höchstädt aus der Vogelperspektive.

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35. Bayernrätsel: Die fünfte Frage

München - Fünfte Runde beim 35. Bayernrätsel des Münchner Merkur: Bei der fünften Folge geht es um Schloss Höchstädt.

Nördlich von Augsburg, in der knapp 7.000 Einwohner zählenden Stadt Höchstädt an der Donau, erhebt sich eine mächtige Vierflügelanlage, eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser in Bayern. 1589 bis 1602 ließ Pfalzgraf Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg an Stelle einer mittelalterlichen Burg einen Witwensitz für seine Gemahlin Anna errichten. Der Anspruch auf einen eigenen Witwensitz war bereits im Ehevertrag festgelegt worden. Herzogin Anna (1552-1632), geborene Herzogin von Jülich-Kleve-Berg, zog vor mehr als 300 Jahren, am 3. Oktober 1615, in Schloss Höchstädt ein, nachdem ihr Gemahl im August 1614 gestorben war. Sie war die erste und letzte ständige adlige Bewohnerin des Schlosses und verbrachte dort 17 Jahre bis zu ihrem Tod.

Verzeichnis des Mobiliars gibt wertvolle Hinweise

Über das Wohnen und Leben der Herzogin in Schloss Höchstädt ist nur wenig überliefert. Ein nach ihrem Tod erstelltes Verzeichnis des Mobiliars gibt wertvolle Hinweise auf die damalige Ausstattung des Schlosses und hinterlässt uns ein lebendiges Bild des fürstlichen Haushaltes: Von Eisenöfen, Tischen, Sesseln und Truhen ist ebenso die Rede wie von feiner Tischwäsche, Silbergeschirr und Kupferkesseln. In den Stuben zierten Jagdtrophäen wie Hirschgeweihe die Wände. Damals waren die Wirtschaftsräume im Erdgeschoss des Schlosses untergebracht. Im ersten Stock lagen die Gemächer der Herzogin sowie die Tafelstube und die Silberkammer, im zweiten Stock der „Große Saal“. Erst mit der Romantik des 19. Jahrhunderts ändert sich die Bezeichnung in Rittersaal. Das prächtige Eingangsportal und die aufwändige Holzkassettendecke lassen noch heute seine Funktion als Festsaal erahnen. Die originale Holzdecke wurde 1885 in das neue Ständehaus in München eingebaut und 1944 zerstört.

Schon 1911 war der ursprüngliche Festsaal durch den Einbau des Treppenhauses um eine Fensterachse verkleinert worden. Die heutige Holzdecke wurde nach der erhaltenen originalen Decke des anschließenden Rundturms rekonstruiert.

Nach dem Tod Annas diente das Schloss nur noch der kurzfristigen Beherbergung von Gästen und als Wohnung des Landvogts. Nach verschiedenen Nutzungen ist es heute Museum. Neben Wechselausstellungen informiert eine große Dauerausstellung spannend und eindringlich über die Schlacht von Höchstädt 1704. Das Museum Deutscher Fayencen lädt mit zahlreichen Mitmachstationen ein, die Fayencekultur des 17. und 18. Jahrhunderts zu entdecken.

Mops aus der Fayencen-Ausstellung im Schloss Höchstadt.

Aus der Zeit der Herzogin Anna ist die Schlosskapelle zu besichtigen, deren Ausmalung zu einem seltenen erhaltenen Zeugnis des Protestantismus in Bayern gehört. Ihre Anlage erinnert an den Vorgängerbau in Schloss Neuburg an der Donau, wo Pfalzgraf Ottheinrich (1502-1559) mit der Schlosskapelle den ältesten protestantischen Kirchenraum in Deutschland errichten ließ. Das Deckenfresko in Höchstädt wurde von dem Maler Mang Kilian ausgeführt, der zuvor in Neuburg tätig war. Allerdings wirkte er nicht an der dortigen Schlosskapelle mit. Er übernahm aber von dort die Darstellung der Himmelfahrt Christi als zentrales Motiv. Das zweite große Fresko stellt Christus als Weltenrichter dar. Das Vorbild der Kapelle der Herzogin Anna, die Neuburger Schlosskapelle, kann in der Ausstellung „Kunst & Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“ vom 12. Mai bis 7. August 2016 in Schloss Neuburg an der Donau bewundert werden.

Lesen sie dazu auch:

Die protestantische Kultur in Bayern 

Weitere Informationen zur Ausstellung „Kunst & Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“: www.ausstellung-neuburg.de 

Die 5. Frage

Herzogin Annas Sohn Wolfgang Wilhelm trat 1613 aus politischen Gründen zum Katholizismus über. Konvertierte seine Mutter ebenfalls?

(Die 5. Folge des 35. Bayernrätsels ist am Freitag, 8. April, 24 Uhr, abgelaufen. Sie haben aktuell die Möglichkeit, bei der aktuellen Folge des Bayernrätsels mitzuspielen.) 

So wird's gemacht

Unser Bayern-Rätsel erscheint acht Wochen lang jeden Samstag. Die Antworten müssen jeweils bis zum Freitag der darauffolgenden Woche (Datum des Poststempels entscheidet) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat acht Gewinnchancen.

Es gibt viele tolle Preise zu gewinnen.

Mitmachen kann jeder – ausgenommen die Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlag, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums und der Schlösserverwaltung.

Schirmherr ist Heimatminister Markus Söder. Hier geht's zum Grußwort.

Antwort Frage 4

Letzte Woche haben wir gefragt: Welche herausragende Rolle spielt die Neuburger Schlosskapelle mit ihrer außergewöhnlichen Ausmalung in der Geschichte des protestantischen Kirchenbaus?

Die richtige Antwort lautet: Die Neuburger Schlosskapelle gilt als der erste protestantische Kirchenraum.

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