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Die Residenz in München.

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35. Bayernrätsel: Die sechste Frage

München - Sechste Runde beim 35. Bayernrätsel des Münchner Merkur: Bei der sechsten Folge geht es um die katholische Hofkirche in der Residenz München.

Der konfliktträchtige Bruch, den Reformation und Glaubensspaltung für die Gesellschaft der Frühen Neuzeit bedeutete, trennte nicht nur Regionen, ganze Bevölkerungsgruppen und politische Lager voneinander. Der Riss ging oft auch mitten durch Familien hindurch – so etwa durch die weitverzweigte Wittelsbacher Dynastie, die im 16. und 17. Jahrhundert nicht nur in Bayern, sondern auch in der Kurpfalz und in Neuburg herrschte. Während die Neuburger Linie die Reformation propagierte, hielt man in München mit Nachdruck am alten Glauben fest. Mehr noch: Unter Herzog Wilhelm V. (reg. 1579-1597) und seinem Sohn Maximilian I. (reg. 1597-1651, ab 1623 als Kurfürst) entwickelten sich die bayerischen Herrscher zu den politischen Anführern der katholischen Partei im Reich und zu machtvollen Unterstützern der beginnenden Gegenreformation.

Repräsentative neue Hofkapelle auf Befehl Maximilians I.

Blick zum Hochaltar der Hofkapelle in der Münchner Residenz.

Dies zeigt sich nicht zuletzt in den Baudenkmälern: Während Pfalzgraf Ottheinrich (1502-1559) in seinem Schloss Neuburg a. d. Donau mit der prunkvollen Hofkapelle 1538 bis 1543 den ersten protestantischen Kirchenbau im Reich errichten ließ, wurde einige Jahrzehnte später 1601/03 in der Münchner Residenz auf Befehl Maximilians I. eine repräsentative neue Hofkapelle zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis Mariens erbaut und bis 1614 mit einer reichen Stuckdekoration ausgeschmückt. Den erst 1630 angefügten Chor beherrscht die architektonisch gegliederte, wohl von Hofkünstler Hans Krumpper entworfene Hochaltarwand. Unter der Dreifaltigkeit im Auszug zeigt das Altarblatt Maria in der Glorie, die von heiligen Jungfrauen als ihre Königin verehrt wird (Hans Werl, 1600). Darüber illustriert die regelmäßige Feldergliederung des Deckenstucks die Lobpreisungen der Gottesmutter, wie sie in der „Lauretanischen Litanei“ aufgeführt werden. Die marianischen Symbole, wie der Turm Davids oder die Bundeslade, gruppieren sich an der Decke der Hofkapelle rund um das zentrale Christusmonogramm im Strahlenkranz.

Der Hochaltar mit dem Altarblatt 'Himmelfahrt Mariae' in der Hofkapelle der Residenz.

Dem von der Stadt her eintretenden Besucher erschließt sich die Kapelle noch heute äußerlich schlicht über ein einfaches Portal im sogenannten Kapellenhof der Residenz. Maximilians Hofstaat dagegen betrat die Kapelle einst vom ersten Stock der Residenz her und besetzte von dort aus das Emporengeschoss. Als Emporenkirche mit seitlichen Logen nahe dem Altar, die für die Herrscherfamilie und ihr Gefolge reserviert waren, präsentiert sich die Münchner Kapelle als typisches Beispiel eines höfischen Sakralbaus der Frühen Neuzeit. Die Mehrgeschossigkeit spiegelte die hierarchische Gliederung der Ständegesellschaft und ermöglichte die Unterteilung derb Gemeinde in soziale Rangstufen. Bis zum 1837 abgeschlossenen Bau der Allerheiligenhofkirche bildete die Hofkapelle das religiöse Zentrum der Residenz.

Das Gegenstück zur Münchener Hofkapelle Maximilians I., die Neuburger Schlosskapelle, ist ein Höhepunkt der Schatzkästchenausstellung „Kunst & Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“.

Weitere Informationen zur Ausstellung www.ausstellung-neuburg.de

Lesen sie dazu auch:

Die protestantische Kultur in Bayern 

Weitere Informationen zur Ausstellung „Kunst & Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“: www.ausstellung-neuburg.de 

Die 6. Frage

Unmittelbar neben der Hofkapelle ließ Maximilian I. für sich und seine Gemahlin eine eigene, kostbar eingerichtete Privatkapelle einrichten, die 1607 geweiht wurde. Wie wird diese Kapelle heute genannt?

(Die 6. Folge des 35. Bayernrätsels ist am Freitag, 15. April, 24 Uhr, abgelaufen. Sie haben aktuell die Möglichkeit, bei der aktuellen Folge des Bayernrätsels mitzuspielen.)

So wird's gemacht

Unser Bayern-Rätsel erscheint acht Wochen lang jeden Samstag. Die Antworten müssen jeweils bis zum Freitag der darauffolgenden Woche (Datum des Poststempels entscheidet) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat acht Gewinnchancen.

Es gibt viele tolle Preise zu gewinnen.

Mitmachen kann jeder – ausgenommen die Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlag, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums und der Schlösserverwaltung.

Schirmherr ist Heimatminister Markus Söder. Hier geht's zum Grußwort.

Antwort Frage 5

Letzte Woche haben wir gefragt: Herzogin Annas Sohn Wolfgang Wilhelm trat 1613 aus politischen Gründen zum Katholizismus über. Konvertierte seine Mutter ebenfalls?

Die richtige Antwort lautet: Nein, sie hielt am evangelischen Glauben fest.

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