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Die Walhalla in Donaustauf.

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35. Bayernrätsel: Die siebte Frage

München - Siebte Runde beim 35. Bayernrätsel des Münchner Merkur: Bei der siebten Folge geht es um die Martin-Luther-Büste in der Walhalla in Donaustauf.

Der Reformator Martin Luther (1483-1546) hatte im streng katholischen Altbayern von jeher einen schweren Stand. Es wäre wohl schwer gewesen, die Münchner Wittelsbacher im 17. Jahrhundert dazu zu bewegen, dem als Zerstörer der alten Kirche erachteten Theologen aus dem sächsischen Wittenberg innerhalb ihrer Residenz ein Denkmal zu errichten.

Die Martin-Luther-Büste in der Walhalla

Dennoch ist ein (heute verschollenes) Porträt Luthers im Besitz Herzog Maximilians I. (reg. 1597-1651, ab 1623 als Kurfürst) nachgewiesen: in einer Abteilung der berühmten Kunst- und Wunderkammer, wo allerdings auch Kurioses und exotische Monstrositäten ausgestellt wurden. Dort sah es der protestantische Kunstagent Philipp Hainhofer 1611 und überlieferte die wenig freundliche Beischrift: „Martinus Luther Diaboli gratia Evangelista Wuttembergensis“ – Martin Luther, Wittenberger Evangelist von des Teufels Gnaden.

Die Martin-Luther-Büste.

Nachdem im frühen 19. Jahrhundert die protestantischen fränkischen Gebiete in das neue Königreich Bayern integriert worden waren, näherten sich die bayerischen Herrscher Luthers Gestalt mit einem neuen historischen Verständnis – wenn auch zögerlich. So bestimmte Ludwig I. (reg. 1825-1848) die Büste des Reformators zur Aufnahme in die Walhalla, das von ihm errichtete Nationaldenkmal für hervorragende Männer und Frauen „deutscher Zunge“ hoch über der Donau bei Regensburg. Unter Einfluss des Historikers Johannes von Müller, der auch eine erste Auswahl zu ehrender Persönlichkeiten traf, wurde der Name „Walhalla“ mit Bezug auf das gleichnamige Kriegerparadies der germanischen Mythologie gewählt.

Athener Akropolis diente für Denkmalbau als Vorbild

Nach längeren Vorplanungen wurde der Grundstein des tempelartigen Denkmalbaus, dem der berühmte Parthenon auf der Athener Akropolis als Vorbild diente, 1830 feierlich verlegt. Zwölf Jahre später, am 18. Oktober 1842, konnte die Walhalla mit damals 96 im Inneren aufgestellten Büsten feierlich eröffnet werden. Doch erst 1848 nahm Luther seinen Platz im prachtvoll mit farbigem Marmor verkleideten Innenraum des Ehrentempels ein.

Zwar verkannte Ludwig I. die historische Bedeutung des Reformators nicht und listete ihn bereits 1823 unter den für eine künftige Aufstellung vorzusehenden Persönlichkeiten auf. Aber erst nach längerem Schwanken, wohl erst in Folge einer diesbezüglichen Anfrage im bayerischen Landtag, wurde die Büste im Jahre 1831 beim Bildhauer Ernst Friedrich Rietschel in Auftrag gegeben.

Doch sah der in religionspolitischen Fragen konservative König, auch aus der historischen Perspektive, Luther immer noch als Zerstörer einer ursprünglichen Einheit, der mit der Glaubensspaltung letztlich auch die nationale Einigkeit Deutschlands, die in der Walhalla symbolisch beschworen werden sollte, behindert habe. Erst siebzehn Jahre nach ihrer Fertigstellung konnte die Büste schließlich in aller Stille aufgestellt werden.

Weitere Informationen zur Ausstellung www.ausstellung-neuburg.de

Lesen sie dazu auch:

Die protestantische Kultur in Bayern 

Weitere Informationen zur Ausstellung „Kunst & Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“: www.ausstellung-neuburg.de 

Die 7. Frage

Wie heißt der Architekt der Walhalla?

(Die 7. Folge des 35. Bayernrätsels ist am Freitag, 22. April, 24 Uhr, abgelaufen. Sie haben aktuell die Möglichkeit, bei der aktuellen Folge des Bayernrätsels mitzuspielen.)

So wird's gemacht

Unser Bayern-Rätsel erscheint acht Wochen lang jeden Samstag. Die Antworten müssen jeweils bis zum Freitag der darauffolgenden Woche (Datum des Poststempels entscheidet) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat acht Gewinnchancen.

Es gibt viele tolle Preise zu gewinnen.

Mitmachen kann jeder – ausgenommen die Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlag, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums und der Schlösserverwaltung.

Schirmherr ist Heimatminister Markus Söder. Hier geht's zum Grußwort.

Antwort Frage 6

Letzte Woche haben wir gefragt: Neben der Hofkapelle ließ Maximilian I. für sich und seine Gemahlin eine kostbar eingerichtete Privatkapelle einrichten, die 1607 geweiht wurde. Wie wird diese Kapelle heue genannt.

Die richtige Antwort lautet: „Reiche Kapelle“

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