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Die Burg zu Burghausen: Im dortigen Gefängnis starb Ludwig der Bärtige und hinterließ die Pracht-Bibel, die er in Auftrag gegeben hatte. Vier Generationen später erbte sie Ottheinrich

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35. Bayernrätsel: Die zweite Frage

München - Zweite Runde beim 35. Bayernrätsel des Münchner Merkur: Bei der zweiten Folge geht es um die Burg zu Burghausen.

Die berühmte Ottheinrich-Bibel steht im Zentrum der großen Sonderausstellung, die unter dem Titel „Kunst & Glaube“ vom 12. Mai bis 7. August 2016 in Schloss Neuburg an der Donau zu sehen sein wird. Der in Neuburg residierende Pfalzgraf und spätere Kurfürst von der Pfalz, Ottheinrich (1502–1559) war Erbe und Vollender des achtbändigen Prachtwerks, weshalb es heute nach ihm benannt ist.

Ludwig der Bärtige und sein Vermächtnis

Den eigentlichen Auftrag zu diesem Ausnahmewerk erteilte aber bereits ein Jahrhundert zuvor, um 1430, ein anderer Wittelsbacher: Herzog Ludwig der Bärtige von Bayern-Ingolstadt (1365–1447). Er ließ die Handschrift, die als das erste Neue Testament in deutscher Übersetzung in die Geschichte einging, von Regensburger Buchmalern mit prächtigen Bildern ausstatten, die noch heute aufgrund ihrer Kostbarkeit und ihrer innovativen Formensprache große Faszination ausüben.

Die Frage, auf welchem Weg die monumentale Bibel aus den Händen Ludwigs des Bärtigen in den Besitz Ottheinrichs gelangte, führt uns ins späte Mittelalter und nach Burghausen auf die längste Burg Europas. Ludwig der Bärtige, der Bruder der Königin von Frankreich Isabeau de Bavière verbrachte fast zwei Jahrzehnte am französischen Königshof in Paris, ehe er als Herzog von Bayern-Ingolstadt in seine Heimat zurückkehrte. Die verfeinerte burgundische Hofkultur der Spätgotik hatte ihn nachhaltig geprägt. Auch am böhmischen Hof König Sigismunds lebte er mehrere Jahre und sah dort vielleicht die berühmte Wenzelsbibel, die ihn zu seinem eigenen Bibelauftrag inspirierte. Als Herzog residierte Ludwig in Ingolstadt, Neuburg war seine Nebenresidenz. Sein tragisches Ende fand er auf der Burg zu Burghausen.

Ludwigs erbitterter Streit mit seinem Vetter Heinrich von Bayern-Landshut

Zeit seines Lebens befand sich Ludwig in erbittertem Streit mit seinem Vetter Heinrich von Bayern-Landshut um die Vorherrschaft in Bayern – ein Konflikt, der sogar zu einem Attentat des Landshuter Herzogs auf den Ingolstädter führte. Es passierte 1417 während des Konstanzer Konzils, wo Fürsten und Kirchenmänner auf der bis dato größten Versammlung über Fragen der Kircheneinheit, Kirchenreform und Glaubenspraxis tagten und damit auch zentrale Themen der ein Jahrhundert später stattfindenden Reformation vorwegnahmen. Glücklicherweise missglückte der Anschlag, sonst würde es heute die Ottheinrich-Bibel nicht geben.

1438 musste der streitbare Ingolstädter Herzog gar vor seinem eigenen Sohn, Ludwig dem Buckligen, in seine Nebenresidenz nach Neuburg flüchten, mit im Gepäck seine noch unvollendete Prachtbibel. Sieben Jahre später wurde er an seinen Erzfeind Heinrich von Landshut ausgeliefert, der ihn auf der Burg zu Burghausen gefangen setzte. Das sechs Höfe umfassende Festungswerk in Burghausen diente den Landshuter Herzögen als Zweitresidenz, aber auch als sicherer Ort zur Verwahrung des Staatsschatzes und als vornehmes Staatsgefängnis. Ein Jahr später verstarb Ludwig als Gefangener auf der Burg. Sein Territorium, seine Kunstschätze und auch die kostbare Pracht-Bibel, die mit ihm nach Burghausen gelangt war, fielen an die Landshuter Herzöge. Vier Generationen später erbte Heinrichs Ur-Ur-Enkel Ottheinrich die kostbare Handschrift und so kehrte sie wieder nach Neuburg in sein Residenzschloss zurück.

Lesen sie dazu auch:

Die protestantische Kultur in Bayern

Weitere Informationen zur Ausstellung „Kunst & Glaube. Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“:

www.ausstellung-neuburg.de 

Die 2. Frage

Zu welchem bayerischen Teilherzogtum gehörte die Burg zu Burghausen im späten Mittelalter?

(Die 2. Folge des 35. Bayernrätsels ist am Freitag, 18. März, 24 Uhr, abgelaufen. Sie haben aktuell die Möglichkeit, bei der aktuellen Folge des Bayernrätsels mitzuspielen.) 

So wird's gemacht

Unser Bayern-Rätsel erscheint acht Wochen lang jeden Samstag. Die Antworten müssen jeweils bis zum Freitag der darauffolgenden Woche (Datum des Poststempels entscheidet) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat acht Gewinnchancen.

Es gibt viele tolle Preise zu gewinnen.

Mitmachen kann jeder – ausgenommen die Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlag, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums und der Schlösserverwaltung.

Schirmherr ist Heimatminister Markus Söder. Hier geht's zum Grußwort.

Antwort Frage 1

Letzte Woche haben wir gefragt:

In welchem Jahr wurde Pfalzgraf Ottheinrich geboren?

Die richtige Antwort lautet: 1502

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