Bayernrätsel Frage 8

München - Mit dieser achten Frage endet das diesjährige Bayern-Rätsel. Sie haben also noch eine letzte Chance, mit Ihrer richtigen Einsendung einen der Hauptpreise zu gewinnen. Viel Erfolg!

Unmittelbar nach seiner Rückkehr als ruhmreicher Feldherr aus dem Entsatz von Wien (1683) beauftragte Kurfürst Max Emanuel den Hofbaumeister Henrico Zuccalli mit dem Bau von Schloss Lustheim. Den Anlass hierzu dürfte seine geplante Vermählung mit der Kaisertochter Maria Antonia gebildet haben, die 1685 stattfand.

Frage 8

Frage a: Welcher Raum dominiert im Inneren des Schlosses Lustheim?

Frage b: Welches Zweigmuseum stellt hier die berühmte Meißener Porzellan- Sammlung Ernst Schneiders aus?

Bereits 1684 musste für den Neubau die Renatuskapelle aus der Zeit Wilhelms V. „auf dem Klösterfelde“ weichen. An ihrer Stelle entstand in etwa 1300 Metern Entfernung vom Alten Schloss das Schloss Lustheim. Es war zur feierlichen Galatafel am 9. Februar 1690 vollendet. Diese gab Max Emanuel zu Ehren seines Schwiegervaters, Kaiser Leopold I. Noch während der Bauzeit von Lustheim fügte Zuccalli zwei flankierende Pavillons hinzu. Im südlichen wurde die Renatuskapelle eingerichtet, der nördliche Pavillon mit „schönem Stall“ diente der Unterbringung von 16 Pferden.

Aufwendige Freskenmalereien zieren die Räumlichkeiten. Johann Anton Gumpp schuf das Kuppelfresko die „Glorie des heiligen Renatus“ in der Renatuskappelle. Beim Entwurf des Schlosses orientierte sich Henrico Zuccalli an italienische Casino- Bauten. Dabei setzte er aber eigene Akzente. Um einen zweigeschossigen mittleren Saaltrakt gruppiert er an den Schmalseiten zu beiden Seiten mit doppelten Folgen nahezu quadratische Wohnräume. Die Appartements bestanden aus vier Zimmern, zwischen denen axial „Galerien“ und kleine Kabinette traten. Das südliche Appartement beanspruchte der Kurfürst, das nördliche die Kurfürstin. Ein Novum nördlich der Alpen bildet die Ausstattung des Schlosses mit großflächigen Gewölbefresken. Sie lösen die bis dahin üblicheDeckenfelderung mit eingesetzten Leinwandbildern ab. Bedeutende Freskanten wie Francesco Rosa, Giovanni Trubillio und Anton Gumpp schufen die Deckenmalereien.

Die Themenwahl des Bildprogramms betont die Funktion Lustheims als kurfürstliches Jagd- und Festschloss: Die Jagdgöttin Diana wird hier verherrlicht. Bedeutend sind auch die Jagdstücke des Turiner Hofkünstlers Giovanni Battista Curlando, die den Festsaal dekorieren. Im Schloss Lustheim ist eine berühmte Sammlung Meißener Porzellan ausgestellt. Zwischen Neuem Schloss und Lustheim erstreckt sich der Park als einer der wenigen, kaum veränderten Gärten der Barockzeit.

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