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Um Schloss Nymphenburg in München dreht sich die zweite Frage unseres diesjährigen Bayern-Rätsels. Raten Sie mit, spielen Sie mit, denn es gibt tolle Preise zu gewinnen. Die Hauptgewinner dürfen sich über stolze Geldpreise freuen. Der 1. Preis sind 3000 Euro in bar, der 2. Hauptgewinn beläuft sich auf 2000 Euro in bar – und der dritte Sieger bekommt 1000 Euro – allesamt gesponsort von Lotto Bayern.

31. Bayernrätsel: Die Frage 2

München – Als nach zehnjähriger Ehe des bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria mit der savoyischen Prinzessin Henriette Adelaide am 11. Juli 1662 endlich der lang ersehnte Thronerbe Max Emanuel geboren wurde, war die Freude unermesslich.

Aus Dankbarkeit stiftete das Kurfürstenpaar nicht nur die barocke Theatinerkirche. Seiner Gemahlin schenkte der Kurfürst die Schwaige Kemnath im Westen Münchens, auf deren Grund die Kurfürstin bald darauf mit der Errichtung eines Landsitzes, dem „Borgo delle ninfe“, begann.

Vom Landsitz zum Königsschloss

Frage 2a:

Aus welchem Fluss ließ der von Kurfürst Max Emanuel beauftragte Gartenarchitekt Charles Carbonet das Wasser für den Mittelkanal im Nymphenburger Schlosspark zuleiten?

Frage 2b:

In welchem Jahr wurde mit dem Bau von Schloss Nymphenburg begonnen?

Ab 1701 ließ Kurfürst Max Emanuel den Landsitz seiner Mutter zu einer eindrucksvollen barocken Sommerresidenz ausbauen. Auch wenn zahlreiche Bauherren an der Gestaltung von Schloss Nymphenburg mitgewirkt haben, ist es doch am stärksten durch die Epoche Max Emanuels geprägt, in der die weitläufige bauliche Anlage und die Gestaltung des Parks mit Kanälen und Alleen ihre Ausformung fanden. Bis 1704 verwirklichte der Graubündner Henrico Zuccalli die für Nymphenburg charakteristische Anlage gestaffelter, durch Galerien verbundener Pavillons. Auf ihn geht auch die beeindruckende Transparenz und Lichtfülle des Festsaals zurück.

Das Exil des Kurfürsten nach der Niederlage im Spanischen Erbfolgekrieg 1704 brachte dann eine zehnjährige Bauunterbrechung. Nach Max Emanuels Rückkehr 1715 übernahm der in Paris ausgebildete Joseph Effner die Leitung des Bauwesens und passte Architektur und Dekoration den modernsten französischen Stilformen an.

Prachtvoll auch die Innenräume im Schloss.

Die damals von dem Ravensburger Franz Joachim Beich gemalten Veduten bayerischer Schlösser in den beiden den Mittelbau flankierenden Galerien Nymphenburgs sind noch heute ein eindrucksvolles Zeugnis der Bauleidenschaft des Kurfürsten und überliefern manches Detail, das es heute nicht mehr gibt. Effner entwarf übrigens auch das halbkreisförmige Rondell auf der Stadtseite des Schlosses, auf das die Auffahrtsalleen zu beiden Seiten des in Richtung Stadt fortgeführten Kanals hinführen.

Bis heute bildet diese Planung das großartige Entrée des Schlosses. Vielleicht war es gerade diese Verbindung herrschaftlicher Größe mit den Annehmlichkeiten einer Sommerresidenz, die Nymphenburg zum beliebtesten und kontinuierlich genutzten Schloss der Wittelsbacher machte und noch heute Besucher aus aller Welt zu beeindrucken vermag.

Der Puttenschlitten im Marstallmuseum.

Im weitläufigen Park von Schloss Nymphenburg ließ Max Emanuel nach französischem Vorbild zwei Lustschlösschen errichten, die abseits des strengen Hofzeremoniells den Vergnügungen der Hofgesellschaft dienten. Nachdem der Kurfürst ein Vierteljahrhundert – von 1683 bis 1709 – fast ausschließlich Krieg geführt hatte, waren gerade diese Gebäude Ausdruck einer Phase des Friedens und der Konsolidierung. In der Pagodenburg, die Joseph Effner 1716–1719 erbaute, konnte sich der Kurfürst mit seinem Gefolge nach dem Mailspiel ausruhen. Mit ihren exotischen Dekorationen ist sie ein besonders gelungenes Zeugnis der europäischen Chinamode des 18. Jahrhunderts.

Die 1718–1721 ebenfalls von Effner konzipierte Badenburg hingegen verband mit Schwimmbassin und Wannenbädern, Wohnappartement und Festsaal höfische Badekultur und Hygiene mit Entspannung und Festlichkeit.

Antworten Frage 1

Frage a: Welcher weiträumige Raum empfängt den Besucher? Antwort: Das Vestibül (S. 139)

Frage b: Wer ließ nach dem Tod Max Emanuels größere Veränderungen am Neuen Schloss vornehmen? Antwort: Kurfürst Max III. Joseph (S. 139)

Seit 1725 entstand schließlich in der Abgeschiedenheit des Nymphenburger Schlossparks die künstliche Eremitage Magdalenenklause, in die sich Max Emanuel mit seinen geistlichen Beratern zur religiösen Einkehr zurückzuziehen gedachte. Doch die Vollendung dieses Gebäudes erlebte er nicht mehr. Er starb am 26. Februar 1726 im Alter von 63 Jahren.

Mitspielen und gewinnen

Tragen Sie in das Formular unten auf dieser Seite Ihre Lösungen für unsere zwei Bayernrätsel-Fragen dieser Woche ein. Füllen Sie das Formular dann noch mit Ihren Daten aus und senden Sie es ab.

Viel Glück!

Teilnahmeschluss für die Frage 2 ist am Freitag, 30.3.2012, 24 Uhr

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