31. Bayernrätsel: Die Frage 4

Höchstädt – Die Schlacht von Höchstädt 1704 hat europäische Geschichte geschrieben. Mit 25 000 getöteten oder verwundeten Soldaten bildete sie den ersten Höhe- und Wendepunkt des Spanischen Erbfolgekrieges.

Frage 4a:

Soviel sei schon verraten: Kurbayern stand bei der Schlacht von Höchstädt am 13. August 1704 dann auf der Seite der Franzosen. Wer aber siegte bei dieser Schlacht?

Frage 4b:

Schloss Höchstädt, in der die Dauerausstellung zur Schlacht von Höchstädt zu sehen ist, zählt zu den bedeutendsten Schlossbauten der Renaissance in Bayern. Wie heißt der Bauherr dieses Schlosses?

In dessen Folge entstanden erstmals politische Ideen, das System der europäischen Staaten nicht immer wieder in Frage zu stellen und die Vorherrschaft einer einzelnen Macht in Europa dauerhaft zu verhindern. Wie kam es zum Spanischen Erbfolgekrieg? Seit dem Tod König Philipps IV. von Spanien 1665 drohte der spanische Zweig des Hauses Habsburg zu erlöschen. Karl II., Sohn und Nachfolger Philipps IV., war von geistiger und körperlicher Schwäche gezeichnet. Wer würde der Erbe des spanischen Weltreiches sein? Nach dem Grundsatz der Erbmonarchie mit weiblicher Erbfolge musste die Krone dem oder der nächsten Verwandten des dahinsiechenden Königs zufallen. Es zählten die Verwandtschaftsgrade der Herrscherhäuser, welche ihre Länder und Würden als angestammten Besitz betrachteten. Wegen der drohenden Machtverschiebung auf dem europäischen Kontinent bewegte die spanische Frage alle Staaten Europas.

Spaniens „Goldenes Zeitalter“ war zwar vorüber, aber mit seinen Besitzungen in Übersee und einigen der wirtschaftstärksten Regionen Europas schien es noch unermesslich reich zu sein. Würde es eine Großmacht erhalten, so müsste ihr das Übergewicht über alle anderen Staaten zufallen. Würde es zum Krieg kommen, so könnte er sich leicht zum Weltkrieg auswachsen. Um das Erbe rangen die beiden führenden Dynastien Europas: die österreichischen Habsburger und die französischen Bourbonen.

Kaiser Leopold I. und König Ludwig XIV., beide Söhne spanischer Prinzessinnen, waren mit den Schwestern Karls II. verheiratet. Allerdings besaß Ludwig XIV. Kinder und Enkel aus dieser Ehe, während Leopolds einzige Tochter mit der spanischen Infantin – Erzherzogin Maria Antonia – den Kurfürsten von Bayern, Max Emanuel, geheiratet hatte. Sie gebar ihm 1692 einen Sohn, Joseph Ferdinand.

Um das spanische Erbe für das österreichische Haus Habsburg zu sichern, hatte Kaiser Leopold I. seine Tochter Maria Antonia zwar vor der Eheschließung 1685 zum Verzicht auf ihre spanischen Erbansprüche gedrängt. In kühler Berechnung seiner Chancen wenigstens auf einen Teil der spanischen Länder bemühte sich Kurfürst Max Emanuel aber um die Statthalterschaft in den Spanischen Niederlanden, die er 1691/92 auch bekam, da man in ihm einen tatkräftigen Verbündeten gegen die Annexionspolitik Frankreichs sah.

Nach langem Zögern bestimmte Karl II. am 11. November 1698 schließlich den bayerischen Prinzen Joseph Ferdinand testamentarisch zum Alleinerben Spaniens. Immerhin stellte diese Lösung einen Ausweg aus dem Dilemma in Aussicht. Das Haus Bayern würde nicht übermächtig sein. Für Max Emanuel war der Aufstieg der Wittelsbacher von einer deutschen Mittelmacht zur weltumspannenden Großmacht zum Greifen nahe. Doch der Traum währte nur kurz: Anfang Februar 1699 starb der bayerische Erbe in Brüssel. Der Kompromisskandidat zwischen den rivalisierenden Häusern Habsburg und Bourbon war tot, die Erbfrage wieder offen.

Wie die komplexe Geschichte weitergeht und welche Lehren Europa daraus zog, erfahren Sie in der spannenden Daueraustellung „Brennpunkt Europas 1704. Die Schlacht von Höchstädt – The Battle of Blenheim“. Schloss Höchstädt an der Donau (nahe Dillingen) ist von April bis September täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Teilnahmeschluss für die Frage 4 ist am Freitag, 13.04.2012, 24 Uhr!

Viel Glück!

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