31. Bayernrätsel: Frage 5

Oberschleißheim - Es ist eine Errungenschaft unseres Internetzeitalters, Luftbilder aus aller Welt zu Hause am PC oder unterwegs auf dem Smartphone bestaunen zu können.

Frage 5a:

Bei welchem Spiel vergnügte sich der Kurfürst Max Emanuel in der Mittelachse des Hofgartens Schleißheim?

Frage 5b:

Wie nennt man den ausgedehnten Gartenteil mit den geschnittenen Hecken, der sich östlich an das Blumenparterre anschließt?

Es ist eine Errungenschaft unseres Internetzeitalters, Luftbilder aus aller Welt zu Hause am PC oder unterwegs auf dem Smartphone bestaunen zu können. Man nehme sich so einmal die nördlich von München gelegene Gemeinde Oberschleißheim vor, sprich: man „zoomt“ sich beispielsweise mit dem „Bayernviewer“ der Bayerischen Vermessungsverwaltung dorthin.

Am südöstlichen Rand der Gemeinde fällt ein 1,8 km langes, streng orthogonales Areal ins Auge, das in der Vogelschau unschwer als monumentale Schlossanlage zu identifizieren ist. Ein weiterer Mausklick auf „Historische Karte“ enthüllt diese Anlage als die eigentliche Keimzelle der Gemeinde Oberschleißheim.

Die Topografische Karte aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert zeigt, neben Schlössern und Hofgarten, nur einige wenige Häuser sowie einen kleinen Bahnhof. Das imposante Erscheinungsbild dieser barocken Anlage geht maßgeblich auf den bayerischen Kurfürsten Max Emanuel zurück, dessen Geburtstag sich heuer zum 350. Male jährt.

Anfang des 18. Jahrhunderts ließ er Schleißheim zu einem repräsentativen Sommersitz ausbauen, ganz nach dem Vorbild des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. von Frankreich. Das ab 1701 begonnene „Neue Schloss Schleißheim“ bildet den Mittelpunkt der Anlage. Zwischen diesem und dem Jagdschlösschen Lustheim (ab 1684) wird eine Blickachse festgelegt, an der sich ein streng regelmäßiger Garten im französischen Stil zu orientieren hat.

Urheber für die Architektur beider Schlösser war der Hofbaumeister Henrico Zuccalli. Er war auch für die Grundstruktur der barocken Gartenanlage im französischen Stil verantwortlich. Damit das gewaltige Vorhaben realisiert werden konnte, musste erst die Infrastruktur geschaffen werden: Ein groß angelegtes Kanalsystem, das sowohl Wasser von der Würm als auch von der Isar heranführt, verbindet den Hofgarten Schleißheim mit Nymphenburg und der Residenz in München und führte einst auch bis nach Dachau.

Auf diesen Kanälen wurden Ziegel und anderes Baumaterial auf die Großbaustelle befördert. Die Kanäle versorgten aber auch eine Wasserkaskade und Fontänen im Garten. Auf der historischen Karte kann man das Kanalsystem deutlich erkennen. Aber auch auf aktuellen Luftbildern sieht man, dass große Teile davon heute noch intakt sind.

Östlich des Neuen Schlosses schuf der französische Gartenkünstler Dominique Girard ab dem Jahr 1715 das sogenannte „Blumenparterre“ für Max Emanuel: Auf einer Fläche, die fast zwei Fußballfelder misst, liegen ornamentale Beetstrukturen, eingebettet in hellem Kies. Allein die Sommerbepflanzung besteht heute aus etwa 60 000 Einzelpflanzen in fein abgestimmten Farbkompositionen. Nach umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen ist das Blumenparterre seit dem Sommer 2011 wieder in historischer Gestalt in Schleißheim zu sehen. Grund genug, das Gesamtkunstwerk Schleißheim nicht nur virtuell, sondern mit allen Sinnen direkt vor Ort zu besichtigen.

Teilnahmeschluss für die Frage 5 ist am Freitag, 20.04.2012, 24 Uhr!

Viel Glück!

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