Die Krone der Wittelsbacher ist in der Schatzkammer der Residenz in München zu sehen.

30. BAYERNRÄTSEL (FOLGE 5)

Bayernrätsel: Die Münchner Residenz als Inspiration

München – Vor allem in späteren Jahren zog Ludwig II. seine in einsamer Bergwelt und abgeschirmt auf der Chiemseeinsel gelegenen Schlösser der Münchner Residenz vor.

Gleichwohl bot ihm gerade dieses Stadtschloss mit seinen zahlreichen, aus unterschiedlichen Epochen stammenden Raumfolgen, Festsälen und Hofanlagen vielfältige Möglichkeiten, den Traum eines absoluten Königtums zu leben, der vor dem politischen und sozialen Hintergrund des 19. Jahrhunderts bereits unmöglich geworden war.

In dem von seinen Vorfahren errichteten Bau fand er die Anregungen für seine eigenen architektonischen und künstlerischen Visionen eines idealen, unmittelbar von Gott eingesetzten Königtums. Ursprünglich hervorgegangen aus einer spätmittelalterlichen Burganlage, wurde die Residenz im Lauf der Generationen immer wieder erweitert und gemäß den sich ändernden zeremoniellen Anforderungen, den die Rangerhöhungen der bayerischen Wittelsbacher zu Kurfürsten und schließlich zu Königen stellten, fortwährend umgebaut.

Dabei wurde auch die Einrichtung jeweils den wechselnden Stilmoden angepasst und im modernen Geschmack ergänzt. Besonderen Eindruck mögen vor allem wohl die sogenannten „Reichen Zimmer“ auf den jungen Ludwig ausgeübt haben. Diese Folge herrschaftlicher Prunkräume wurde um 1730 für Kurfürst Karl Albrecht (reg. 1726 bis 1745) von François Cuvilliés und seiner Mannschaft von Kunsthandwerkern im Geist eines phantasievollen, überaus reichen Rokoko ausgestaltet.

Die aufwändige Ausstattung mit kostbar geschnitzten und vergoldeten Wandvertäfelungen, luxuriösen Textilien und hochmodernen, teilweise aus Frankreich importierten Möbeln, in denen dekorative Fragmente ostasiatischer Lacktafeln eingearbeitet sind, symbolisierten sinnfällig den weitreichenden und ehrgeizigen Herrschaftsanspruch des bayerischen Kurfürsten.

Zudem verwies die kurz zuvor von Joseph Effner und Cuvilliés in unmittelbarer Nähe der Prunkräume eingerichtete Ahnengalerie auf das Alter und die Würde der Dynastie und somit auf die Eignung der Wittelsbacher zum höchsten Herrscheramt. Eine Hoffnung, die sich 1742 in der Wahl Karl Albrechts zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches für wenige Jahre zu konkretisieren schien.

In den Reichen Zimmern der Münchner Residenz fand diese Vorstellung absolutistischer Fürstenmacht und des Gottesgnadentums ihren perfekten künstlerischen Ausdruck. Hier konnte Ludwig II., der lustlos als konstitutioneller Monarch regierte, seine Träume königlicher Größe und Allmacht Gestalt annehmen sehen. Es ist daher kein Wunder, dass das von Cuvilliés geschaffene Rokoko der Reichen Zimmer als Inspiration für zahlreiche Bauprojekte Ludwigs II. diente.

In der Schatzkammer konnte der junge Ludwig die kostbaren, in Paris angefertigten Kroninsignien bestaunen, welche die neue Würde der Wittelsbacher verkörperten und die auch bei seiner eigenen Thronbesteigung 1864 feierlich ausgestellt wurden.

Auch die offizielle Wohnung, die sich sein Großvater Ludwig I. im ersten Stock des Königsbaus einrichten ließ, ist Ausdruck von dessen monarchischen Selbstbewusstsein. Unter der Bauleitung Leo von Klenzes entstanden diese prachtvollen Räume. Die Residenz München (mit Schatzkammer und Cuvilliés-Theater) ist täglich geöffnet.

Weiterführende Informationen unter www.residenz-muenchen.de

Frage 5

a) Wie viele Bildnisse der in Bayern regierenden Wittelsbacher und ihrer Familienmitglieder sind in der Ahnengalerie der Münchner Residenz versammelt?

b) Wie hieß der Goldschmied und Juwelier, der nach Entwürfen Charles Perciers in Paris die bayerischen Kroninsignien anfertigte?

Antwort 4

a) 1880 (Schlösserland S. 183)

b) Georg Dollmann (Schlösserland S. 180)

>> zur vierten Folge des Bayernrätsels

Und so wird es gemacht

Unser Bayern-Rätsel erscheint jede Woche. Die Antworten müssen jeweils bis Freitag der darauf folgenden Woche (Datum des Poststempels) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat auch acht Gewinnchancen.

Bitte schicken Sie die jeweiligen Antworten auf einer Postkarte an Münchner Merkur „Bayern-Rätsel“ 81004 München Ihre Karten können Sie auch im Service-Center bei Karstadt/Bahnhofplatz in München im Stachus-Untergeschoss abgeben.

Wer per SMS mitmachen möchte: Schicken Sie eine SMS mit dem Text mm raetsel mit Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die Nummer 52020 (0,50 Euro/SMS inkl. VFD2-Anteil 0,12 Euro). Mitmachen kann jeder – ausgenommen Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlags, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums sowie der Schlösserverwaltung.

Die Broschüre „Schlösserland Bayern“, die bei der Lösung der Rätselfragen helfen kann, können Sie kostenlos bestellen beim Finanzministerium Öffentlichkeitsarbeit Postfach 220003 80535 München Erhältlich ist die Broschüre aber auch bei Karstadt/Bahnhofplatz in München im Service-Center (Stachus-Untergeschoss) und auf Nachfrage beim Info-Point Museen & Schlösser in Bayern (Alter Hof 1, München)

In Zusammenarbeit mit unserem Partner Karstadt Bahnhofplatz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gewaltexzess in Nürnberg: Frau bei Attacke lebensgefährlich verletzt
Am Mittwochnachmittag hat ein Mann in Nürnberg derart heftig auf eine ältere Frau eingeschlagen, dass diese nach Polizeiangaben lebensgefährlich verletzt wurde. Die …
Gewaltexzess in Nürnberg: Frau bei Attacke lebensgefährlich verletzt
Seilfalle für Radfahrer - Mehr als drei Jahre Haft für 22-Jährigen
Er spannt ein dünnes Seil quer über einen Weg - wenige Stunden später fährt ein Radfahrer in die Falle und wird schwer verletzt. Für diese Tat muss ein junger Mann nun …
Seilfalle für Radfahrer - Mehr als drei Jahre Haft für 22-Jährigen
Ohne erkennbaren Grund: Passant schlägt Rentnerin auf offener Straße brutal zusammen
Auf offener Straße und ohne erkennbaren Grund hat in Nürnberg ein nur mit Unterhose bekleideter Passant eine 73 Jahre alte Frau brutal zusammengeschlagen.
Ohne erkennbaren Grund: Passant schlägt Rentnerin auf offener Straße brutal zusammen
GfK: Bis zu 400 Stellen am Nürnberger Firmensitz bedroht
Die Pläne für den radikalen Konzernumbau beim Marktforscher GfK nehmen Formen an. Am Firmensitz in Nürnberg könnten 400 Stellen wegfallen, teilte ein …
GfK: Bis zu 400 Stellen am Nürnberger Firmensitz bedroht

Kommentare