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Der Pfauenthron im Maurischen Kiosk in Schloss Linderhof ist eine wahre Augenweide.

Bayernrätsel: Der orientalische Traum

Linderhof – Die „Königliche Villa“ in Linderhof (Kreis Garmisch-Partenkirchen) ist das einzige zu Lebzeiten Ludwigs II. vollendete Bauprojekt.

Vorbild für den Bautypus und die reiche Ausstattung ist die „Maison de plaisance“, das kleine, meist in einem Park gelegene „Lustschloss“, wie es im 18. Jahrhundert in Frankreich entstand und auch in Deutschland in Parkanlagen der großen Schlösser errichtet wurde. Sowohl die Wand- und Deckenmalereien als auch die Ornamentik entstammen – auf Weisung Ludwigs II. – französischen Vorbildern der Zeit Ludwigs XV.

Er ließ sich zahlreiche Stichvorlagen von Malerei und Ornamentik dieser Zeit kommen, studierte diese und traf dann seine Auswahl, die genau einzuhalten war. Allerdings ist das „Zweite Rokoko“ oder Neurokoko, das unter Ludwig II. entstand, in der Ornamentik sehr stark von süddeutschen Vorbildern geprägt, die er seit seiner Kindheit kannte.

Ein so reiches und dichtes Ornament, vor allem mit so vielen vollplastischen Elementen, gibt es im französischen Rokoko nicht. Insofern kann von „Kopien“ hier keine Rede sein. Der Park von Schloss Linderhof vereinigt Elemente des französischen Barockgartens und des englischen Landschaftsgartens. Barock sind die in der Mittelachse des Schlosses angelegten Terrassen mit Wasserbassins, Blumenbeeten, der Kaskade mit Figurenbrunnen und die beiden Blickpunkte Pavillon und Venustempel.

Von englischen Vorbildern stammt die naturnahe, unregelmäßige Gestaltung des umgebenden Parks mit den exotischen Bauten. Die Parkbauten stammen teils aus der Orientmode, die es schon seit dem frühen 19. Jahrhundert gab und die auch Ludwig II. pflegte: Marokkanisches Haus und Maurischer Kiosk.

Teils kommen sie aus der Begeisterung Ludwigs für die Musikdramen Richard Wagners, nämlich die drei im Park errichteten Bühnenbilder Hundinghütte (I. Akt der „Walküre“), Einsiedelei des Gurnemanz (III. Akt des „Parsifal“) und Venusgrotte (I. Akt des „Tannhäuser“). Die Venusgrotte, 1876/77 errichtet, ist nicht zuletzt technikgeschichtlich sehr interessant. Sie war elektrisch beleuchtet, mit Kohlenstablampen. 24 Dynamomaschinen lieferten den Strom.

Die Grotte konnte mit Hilfe von Farbgläsern verschiedenfarbig beleuchtet werden. Eine Wellenmaschine bewegte den kleinen künstlichen See, dessen Wasser, wie auch die ganze Grotte, beheizbar war, um eine angenehme Badetemperatur zu erreichen. Schloss, Park und Parkgebäude sind eines der kunstvollsten Ensembles des 19. Jahrhunderts. Der Schöpfer des Parks, Carl von Effner, hat auch die großartige Gebirgslandschaft genial mit eingebunden. Das Schloss hat ganzjährig geöffnet, die Parkbauten nur von April bis September.

Nähere Informationen unter www.linderhof.de

Frage 4

a) In welchem Jahr war der Park von Schloss Linderhof vollendet?

b) Wie heißt der Architekt des Schlosses Linderhof?

Antwort 3

a) 5. September 1869 (Schlösserland S. 118)

b) Hyazinth Holland (Schlösserland S. 118)

Und so wird es gemacht

Unser Bayern-Rätsel erscheint jede Woche. Die Antworten müssen jeweils bis Freitag der darauf folgenden Woche (Datum des Poststempels) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat auch acht Gewinnchancen.

Bitte schicken Sie die jeweiligen Antworten auf einer Postkarte an Münchner Merkur „Bayern-Rätsel“ 81004 München Ihre Karten können Sie auch im Service-Center bei Karstadt/Bahnhofplatz in München im Stachus-Untergeschoss abgeben.

Wer per SMS mitmachen möchte: Schicken Sie eine SMS mit dem Text mm raetsel mit Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die Nummer 52020 (0,50 Euro/SMS inkl. VFD2-Anteil 0,12 Euro). Mitmachen kann jeder – ausgenommen Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlags, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums sowie der Schlösserverwaltung.

Die Broschüre „Schlösserland Bayern“, die bei der Lösung der Rätselfragen helfen kann, können Sie kostenlos bestellen beim Finanzministerium Öffentlichkeitsarbeit Postfach 220003 80535 München Erhältlich ist die Broschüre aber auch bei Karstadt/Bahnhofplatz in München im Service-Center (Stachus-Untergeschoss) und auf Nachfrage beim Info-Point Museen & Schlösser in Bayern (Alter Hof 1, München)

In Zusammenarbeit mit unserem Partner Karstadt Bahnhofplatz

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