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So sollte das Schloss bei Feldafing aussehen.

Bayern-Rätsel: Ein Schlosspark ohne Schloss

Unser Bayern-Rätsel erscheint jede Woche. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat auch acht Gewinnchancen. Heute geht es um die Schlosspläne des bayerischen Königs in Feldafing.

Der bayerische König reiste mit seiner Familie – man schrieb das Jahr 1831 – durch das Starnberger Seenland. Bei einer Rast auf einer Wiese nahe Feldafing prägte sich dem mitgereisten Kronprinzen die sanft zum Starnberger See hin abfallende reizvolle Jungmoränenlandschaft zwischen Feldafing und Garatshausen in sein Gedächtnis ein. Als dieser 1840 einen „Kronprinzenpalast“ plante und zu diesem Zweck mehrere Bauplätze prüfen ließ, wird er sich an diesen herrlichen Landstrich erinnert haben. Die Entscheidung, hier einen Sommerpalast erbauen zu lassen, dürfte nicht schwer gefallen sein, zumal im näheren Uferbereich vor Feldafing als zusätzlicher Anreiz die kleine Insel Wörth lag.

Frage 6:

a) Welcher König gab einen Schlossbau in Feldafing in Auftrag, der nie ausgeführt wurde?

b) Welcher Hofgärtner leitete die Ausführung der Parkanlage?

Doch bis zu den ersten Grundstückskäufen sollten noch viele Jahre vergehen. Als erstes ließ der Monarch, nun in königlichen Würden, 1850 die Insel Wörth erwerben. Nach einem noch im selben Jahr von Peter Joseph Lenné – seinerzeit Generaldirektor der königlich-preußischen Hofgärten – gefertigten Plan verwandelte sich die Insel in ein kleines Rosenparadies. Nach Fertigstellung der Roseninsel erhielt Lenné 1853 den Auftrag, nun auch den Park um das geplante Sommerschloss zu planen. Die Bauleitung übertrug der König einem jungen bayerischen Garteneleven, der 1854 gerade seine Ausbildungswanderschaft beendet hatte und dabei auch von Lenné persönlich in der Kunst der Landschaftsgärtnerei unterwiesen worden war.

Antwort 5:

a) Welchen Typus von Schlosspark schuf Dominique Girard ursprünglich in Nymphenburg?

Barocker Schlosspark

b) In welchem Typus wandelte Friedrich Ludwig von Sckell diesen formalen Garten später um?

Landschaftsgarten

Im Zusammenspiel des berühmten Gartenkünstlers mit seinem talentierten Schüler, der später unter König Ludwig II. zum Hofgärtendirektor aufsteigen sollte, entstand einer der reizvollsten Landschaftsgärten Deutschlands. Als nach langer Planungsphase im Jahr 1863 endlich mit dem Bau des Schlosses begonnen wurde, war der Park längst fertiggestellt. Mit dem plötzlichen Tod des Königs im März 1864 fand das Schlossprojekt jedoch ein schnelles Ende. Denn sein Sohn und Nachfolger König Ludwig II. ließ das kaum über das Kellergeschoss hinaus gediehene Gebäude wieder abtragen und das Gewölbe verfüllen. Somit fehlt dem Park Feldafing das architektonische Herzstück.

Doch tut das dem künstlerischen Wert des Parks Feldafing, dem bedeutendsten bayerischen Werk Peter Joseph Lennés, keinen Abbruch, wie ein Rundgang durch das Parkgelände eindrucksvoll vor Augen führt. Einen besonderen Reiz erhält der Park durch seine Lage am Starnberger See. Die von Buchen, Eichen und Linden dominierten, locker verteilten Gehölzgruppen in Verbindung mit den sanft schwingenden Wegen lassen den Spaziergänger eine Fülle verschiedener Landschaftsbilder erleben, wobei der Blick natürlich immer wieder auf den See gelenkt wird. Besonders schöne Aussichten bieten sich dann, wenn bei föhnigem Wetter das Gebirgsmassiv der Alpen zum Greifen nah erscheint.

So machen Sie mit:

Unser Bayern-Rätsel erscheint jede Woche. Die Antworten müssen jeweils bis Freitag der darauf folgenden Woche (Datum des Poststempels) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat auch acht Gewinnchancen.

Bitte schicken Sie die jeweiligen Antworten auf einer Postkarte an

Münchner Merkur

„Bayern-Rätsel“

81029 München

Ihre Karten können Sie auch im Service-Center im Kaufhaus Karstadt am Bahnhofplatz in München im Stachus-Untergeschoss abgeben.Wer per SMS mitmachen möchte: Schicken Sie eine SMS mit dem Text mm raetsel mit Ihrer Lösung und Ihrer Antwort an die Nummer 52020 (0,50 Euro/SMS inkl. VFD2-Anteil 0,12 Euro).

Mitmachen kann jeder, ausgenommen Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlags, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums sowie der Schlösserverwaltung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Broschüre „Schlösserland Bayern“, die bei der Lösung der Rätselfragen helfen kann, können Sie kostenlos bestellen beim Finanzministerium, Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 220003, 80535 München. Erhältlich ist die Broschüre auch bei Karstadt/Bahnhofplatz im Service-Center (Stachus-Untergeschoss) und beim Infopoint Museen & Schlösser in Bayern (Alter Hof 1).

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