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Der Berg ruft: Bayern ist das beliebteste Reiseziel in Deutschland. Ein Urlaub im Freistaat kostete im Schnitt 767 Euro

Bayerns Berge schlagen Strände der Ostsee

München - Trotz Euro-Krise und drohenden Konjunktureinbruchs – die Deutschen lassen sich ihren Urlaub nicht vermiesen. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Die beliebtesten Reiseziele liegen im eigenen Land.

Knapp die Hälfte sitzt in Gedanken schon auf gepackten Koffern und plant in diesem Jahr eine Reise von mindestens fünf Tagen. Dies zeigt eine GfK-Umfrage im Auftrag der Stiftung für Zukunftsfragen.

„Die Deutschen werden auch 2012 lieber im Alltag den Gürtel etwas enger schnallen, als die besten Wochen des Jahres daheim zu verbringen“, sagte Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung. Beliebtestes Reiseziel bleibt mit Abstand Deutschland. Mehr als jeder dritte Reisende verbrachte 2011 seinen Urlaub zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen (siehe Grafik). Damit machten mehr Bürger im eigenen Land Ferien als in Spanien, Italien, Türkei, Kroatien und Österreich zusammen.

Beliebtestes Inlandsreiseziel war Bayern, das seinen Marktanteil auf neun Prozent erhöhte und erstmals seit Jahren die Ostseeküste vom Spitzenplatz verdrängte. Auf den weiteren Plätzen landeten die Nordseeküste mit einem Anteil von 5,7 Prozent und Baden-Württemberg (3,5 Prozent).

Doch reisen ist nicht billig: Im Schnitt gaben die Bürger 1012 Euro für ihren Urlaub aus, sechs Prozent mehr als 2010. Gerade Geringverdiener und Familien können sich diesen Luxus immer häufiger nicht leisten. Nur jeder dritte Geringverdiener machte im vergangenen Jahr Ferien, 1991 war es noch fast jeder zweite.

Auch bei den Familien ging der Anteil zurück. Künftig könne sich nur mehr jede zweite Familie eine Auszeit leisten, warnte Reinhardt. Bei den Gutverdienern war die Reiselust dagegen ungebrochen. 77 Prozent fuhren 2010 in den Urlaub. Zum Vergleich: 1991 lag der Anteil bei 64 Prozent. „Auch beim Urlaub wird die Einkommensschere immer sichtbarer.“

Die Tourismusanalyse zeigt weitere interessante Trends:

-Längere Reisen werden immer seltener: Pro Jahrzehnt habe sich die Reisedauer um zwei Tage verkürzt, so Reinhardt. Derzeit liegt der Schnitt bei 12,4 Tagen.

-Teuerstes Auslandsziel waren die USA mit 133 Euro pro Urlaubstag. Deutlich günstiger waren Ferien in Spanien (89 Euro), Österreich (86 Euro) und Deutschland (73 Euro). Am günstigsten war es in Polen mit 56 Euro pro Tag.

- Fernreisen kosteten mit durchschnittlich 1967 Euro mehr als das Zweieinhalbfache eines Urlaubs in Deutschland (715 Euro) – dauerten im Schnitt aber auch fast doppelt so lange.

Von Steffen Habit

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