Kommentar

Bayerns Bürger rüsten auf – eine traurige Entwicklung

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Immer mehr Bürger besorgen sich Waffen, weil ihr Sicherheitsgefühl zumindest subjektiv gelitten hat. Das ist alarmierend, kommentiert Merkur-Redakteur Dirk Walter.

Bayern bewaffnet sich – und das ist ein ebenso trauriger wie alarmierender Befund. Die starke private Aufrüstung ist objektiv zwar nicht nachvollziehbar, weil die Zahl der Straftaten in Bayern zuletzt nur leicht gestiegen ist und die Zahl der Fälle, in denen Bürger sich tatsächlich mittels einer Waffe mit Erfolg gegen Gewalt zur Wehr setzten, verschwindend gering ist. Subjektiv sieht die Sache anders aus. Das Sicherheitsgefühl vieler Bürger hat ohne Zweifel gelitten. Die Gründe sind vielfältig: die Flüchtlingskrise, die vermehrten Einbrüche, aber auch einzelne brachiale Gewalttaten wie zuletzt etwa die Rentnermorde bei Königsdorf, bescheren Waffengeschäften gute Gewinne. Leider.

Es ist die oft beschriebene Herausforderung für die Politik, diese Verunsicherung wieder einzufangen. Die Mittel sind bekannt: Mehr Polizei auch auf dem Land, konsequenteres Vorgehen gegen Mehrfachtäter – und ja, bei ausländischen Straftätern (34 Prozent der Tatverdächtigen – ohne ausländerrechtliche Verstöße) auch die Abschiebung, wobei hier vor allem mehr Engagement in Richtung Rumänien, Polen und der Türkei (die drei Hauptherkunftsländer ausländischer Verbrecher) gefragt ist.

Nach der entsetzlichen Amoktat von Winnenden 2009 war Bayern eigentlich auf einem guten Weg: Viele Bürger gaben damals ihre Waffen freiwillig ab – und damit sank auch die Gefahr des Missbrauchs. Man kann nur hoffen, dass die Trendumkehr auch jetzt wieder gelingt.

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