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Dialektforscher bemängeln, dass bayerische Dialekte in einem Fragebogen für Vorschulkinder nicht als Sprachkompetenz anerkannt werden.

Kritik an Fragebogen

Bayerns Dialekte "gültige Varietät des Deutschen"

Konzell - Dialektpfleger kritisieren einen vom bayerischen Familienministerium finanzierten Fragebogen zur Sprachkompetenz von Vorschulkindern. Ein positiver Aspekt bleibt aber.

Das im Haus von Ministerin Christine Haderthauer (CSU) angesiedelte Institut für Frühpädagogik - es wirkte bei der Erstellung des Fragenkatalogs maßgeblich mit - sei über das Ziel hinausgeschossen, sagte der Vorsitzende des „Bundes Bairische Sprache“, Sepp Obermeier, im niederbayerischen Konzell.

Das Institut erkenne Sprachkompetenz lediglich in Verbindung mit der Standardsprache an. „Dass Bayerns Dialekte eine gültige Varietät des Deutschen darstellen, mit einem eigenständigen Sprachsystem, und die Kinder in der Grundschule ohnehin von didaktisch geschulten Lehrern behutsam zur Standardsprache hinzuführen sind, scheint man im Staatsinstitut nicht zu wissen.“

Die Dialektpfleger können dem Fragenkatalog aber auch etwas Positives abgewinnen. Quasi zum Nulltarif könnten seine Ergebnisse „endlich Klarheit über die Schwindsucht des Bairischen liefern“. Bislang fehlten zu den leidenschaftlich geführten Diskussionen über das Überleben der Dialekte aussagekräftige Prozentzahlen über die Dialektkompetenz der jungen Generation.

Obermeier: „Ohne diese Zahlen ist jede Prognose ein orientierungsloses Stochern im sprachkulturellen Nebel.“ Er erinnerte daran, dass sowohl die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) als auch das bayerische Wissenschaftsministerium Anträge zur Förderung sprachwissenschaftlicher Erhebungen abgelehnt hätten.

Das Familienministerium müsse jetzt aber nur die in dem Kindergarten-Fragebogen erhobenen Zahlen liefern - und dies auch noch zum Nulltarif. Es bräuchte nach Überzeugung Obermeiers lediglich die ihm unterstellten Kindergärten anzuweisen, aus dem elfseitigen Fragenkatalog die Antworten zum Dialekt zu sammeln und nach München zu melden. „Damit hätte man zwar keine wissenschaftlich abgesicherte Erhebung, zumindest jedoch eine aussagekräftige Momentaufnahme, um vorhersagen zu können, wo der Dialekt in absehbarer Zeit unwiederbringlich verloren ist und wo er überleben kann.“

dpa

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