Neue Honorarregelung

Nur noch Privatrechnung bei Frauenarzt?

München - Bayerns Frauenärzte sollen Kassenpatienten nach einer Aufforderung ihres Berufsverbands in vielen Fällen nur noch gegen Privatrechnung behandeln.

Durch neue Honorarregeln, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten sind, könnten die Gynäkologen bei einem Großteil der Behandlungen nicht einmal die eigenen Kosten decken, sagte der bayerische Landesvorsitzende des Verbandes, Peter Hausser. Der Verband der Ersatzkassen hat die Patientinnen allerdings davor gewarnt, sich in die sogenannte Kostenerstattung drängen zu lassen.

Die Frauenärzte würden Patientinnen alle Untersuchungen und Eingriffe in Rechnung stellen, bei denen nach Berechnungen des Frauenärzteverbandes das Honorar nicht ausreiche, sagte der Verbandsvorsitzende Hausser. Nicht betroffen seien Vorsorgeleistungen wie Krebsfrüherkennung oder Untersuchungen während einer Schwangerschaft. “Unser Ziel ist nicht Leistungsverweigerung“, sagte der Verbandsvorsitzende. Die Patientinnen sollten versuchen, sich die Kosten von ihren Kassen erstatten zu lassen.

Der Sprecher des bayerischen Landesverbandes der Ersatzkassen, Sergej Saizew, erklärte jedoch, die Kassen würden dieses Vorgehen nicht akzeptieren. Er räumte gleichzeitig ein, dass die Reform der Honorarregeln für eine Reihe von Fachärzten Schwierigkeiten mit sich bringe. Insgesamt fließe dieses Jahr aber mehr Geld an Bayerns Kassenärzte, betonte Saizew. Das Problem liege in der Verteilung der Gelder innerhalb der Ärzteschaft. “Das darf aber nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden“, forderte der Kassen-Sprecher.

Auch andere Facharztorganisationen haben Proteste angekündigt, die Gynäkologen nehmen mit ihrer Aktion allerdings eine Vorreiterrolle ein. In den kommenden Tagen wollen verschiedene Berufsgruppen absprechen, welche gemeinsamen Aktionen möglich sind, kündigte der Vorsitzende des Deutschen Facharztverbandes, Thomas Scharmann, an.

dpa/lby

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