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Die bayrischen Freibäder leiden unter der aktuellen Witterung.

Keine Besserung in Sicht

Freibäder warten auf Sommer und Gäste

München - Mitte Mai in Bayern: Temperaturen und Stimmung sind im Keller - in den Freibädern herrscht gähnende Leere. Erste Anlagen bleiben deshalb erstmal zu und Besserung ist nicht in Sicht.

Das frühsommerliche Wetter lässt auf sich warten - Bayerns Freibäder sind deshalb leer oder gar wieder geschlossen. Bis Sonntag hat die Stadt Nürnberg zwei von drei Bädern dicht gemacht. "Es ist halt einfach kein Freibadwetter", sagte Sprecherin Manuela Haumberger. Andere Anlagen bleiben wegen der Eisschrank-Temperaturen geschlossen. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, herrscht in den geöffneten Bädern ebenso gähnende Leere.

So hat das Regensburger Freibad im Mai bislang nur etwas mehr als 3000 Gäste gezählt. Bis zum Ende des Monats dürfte es schwer sein, an die Werte der Vorjahre heranzukommen: Knapp 6000 Badende kamen im Mai 2012, sogar mehr als 8000 waren es 2011, erklärt Marion Brasseler von den Regensburger Badebetrieben. Ans vorübergehende Schließen denke die Stadt aber nicht: "Das ist ein Traditionsbad. Ich glaube der Aufschrei wäre riesengroß."

Der Aufschrei blieb in Nürnberg aus - trotz zweier geschlossener Anlagen. "Bisher waren die Bürger eigentlich sehr verständnisvoll", erklärt Sprecherin Manuela Haumberger. Schließlich gehe es auch um Steuergeld. Mehrere tausend Euro spare die Stadt durch die Maßnahme -bis einschließlich Sonntag müssen die Nürnberger auf "Naturgartenbad" und "Stadionbad" verzichten. Zu schlecht waren die Zahlen bislang: Von Freitag bis Pfingstmontag kamen nur etwa zahlende 600 Besucher.

Die Münchner dagegen haben immerhin die Auswahl zwischen vier offenen Freibädern - drei weitere sind allerdings geschlossen. Dabei werde es vermutlich auch bleiben, wenn sich die Temperaturen nicht änderten, sagte Bettina Hess von den Stadtwerken München.

Wettertechnisch sei die Spitze des Eisbergs aber noch nicht erreicht, sagt Dirk Mewes, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in München. "Auf jeden Fall wird es jetzt erstmal noch ein bisschen kälter", erklärt er. Erst Anfang kommender Woche könnten die Temperaturen steigen. Zum Baden reiche das aber wohl nur für die härteren Naturen.

Selbst auf die Allwetterschwimmer wollte man im Dallenbergbad in Würzburg nicht warten. Eine automatische Telefonansage erklärt, dass das Freibad auch hier "witterungsbedingt geschlossen" bleibe. Stadtsprecher Per Kuhn erklärt, dass die Anlagen von Tag zu Tag selbst entscheiden können, ob sie öffnen wollen - im Moment mache es einfach nicht viel Sinn: "Man könnte ja meinen, es ist November."

"So ähnlich sieht's bei uns auch aus", bestätigt eine Dame bei der Stadt Augsburg und verbindet. Robert Zenner, Leiter des Sport- und Bäderamts, hält aber trotz des herbstlichen Frühlings nicht viel davon, Schwimmbäder kurzfristig zu schließen. Zwar seien auch in Augsburg die Freibäder leer, die Angestellten müssten aber auch dann weiter bezahlt werden: "Von den Kosten ist es nicht von entscheidender Bedeutung."

Von Benno Schwinghammer, dpa

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