Gutes Angebot an Waldhonig

Bayerns Imker mit Honigernte zufrieden

Dietmannsried/Schwarzach - Man könnte meinen, der heiße trockene Sommer habe den Bienen deutlich weniger Ausbeute beschert. Doch die bayerische Honigernte war gut. Herausragend in manchen Regionen, aber überall von bester Qualität.

Nach drei mageren Jahren können Bayerns Imker in diesem Jahr trotz des heißen und trockenen Sommers auf eine gute Ernte blicken. „Die Honigernte in Bayern war wie immer regional unterschiedlich. Zusammengefasst war sie aber ganz ordentlich“, sagte Eckard Radke, Vorsitzender des Landesverbandes Bayerischer Imker (LVBI), in Dietmannsried (Landkreis Oberallgäu) der Deutschen Presse-Agentur.

In Unterfranken und im Bayerischen Wald seien die Imker sogar sehr zufrieden mit ihrem Ertrag gewesen. Sie konnten dem Präsidenten des Deutschen Imkerbundes, Peter Maske, zufolge vor allem viel Waldhonig und Sommertracht in die Gläser füllen.

Generell gesehen habe die trockene Zeit und auch das eher schlechte Frühjahr aber schon dazu geführt, dass die Bienen in der Flur weniger Blütenstaub fanden. „Wir haben deshalb mit Blick auf alle bayerischen Imker keine Superernte. Die Honiglager sind nicht übervoll“, sagte der LVBI-Chef.

Auf der anderen Seite aber sei der eingebrachte Honig in diesem Jahr von hoher Qualität, erklärte der Experte weiter. Das liegt daran, dass der Wassergehalt im Honig wegen des heißen Sommers sehr gering ist. Die Honigverordnung schreibt einen Wasseranteil im Honig von maximal 20 Prozent vor, als Deutscher-Imkerbund-Honig vermarkteter Honig und Biohonig dürfen nur maximal 18 Prozent haben. „In diesem Jahr habe ich von Honigen mit 15/16 Prozent gehört. Das ist schon sehr niedrig und spricht für eine hervorragende Qualität“, sagte Radke.

Generell holen die Bienen den Nektar mit einem hohen Wassergehalt ein und dicken ihn schließlich im Bienenstock ein. Das machen sie beispielsweise durch Ventilieren. „Und wenn es draußen so heiß und trocken wie in diesem Jahr ist, tun sie sich natürlich leichter.“ Honig mit geringem Wassergehalt lässt sich länger lagern und er schmeckt aromatischer.

Welche Auswirkungen die gute Ernte auf den Honigpreis haben wird, konnte Radke nicht sagen. „Die Preisgestaltung ist Sache des Imkers selbst, es gibt kein Preismonopol.“ In touristischen Regionen sei der Preis oft höher.

Radke hofft, dass die Imker mit einem sehr guten Ertrag nun aus einer Panikreaktion heraus nicht ihren Honig zu Schleuderpreisen verkaufen. „Manche fürchten, sie könnten auf ihren vielen Gläsern sitzen bleiben. Das ist aber nicht so. Denn letztendlich ist Honig Mangelware. Wir erzeugen nur 20 Prozent des einheimisches Verbrauchs.“

dpa

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