Bayerns Jäger steigen aus Dachverband aus

München - Die bayerischen Jäger kehren ihrem Dachverband den Rücken. Der Bayerische Jadgverband (BJV) tritt aus dem Deutschen Jadgschutz-Verband (DJV) aus.

"Wir haben kein Vertrauen mehr", sagte BJV-Präsident Jürgen Vocke am Montag in München. "Unsere Interessen sind zu lax oder gar nicht vertreten worden. Oder es wurde sogar gegen unsere Interessen gehandelt." Das Votum der Mitglieder für den Austritt sei überwältigend gewesen. Die bayerischen Jäger wollen den Föderalismus innerhalb der Verbandsstruktur stärken und in Brüssel und Berlin nun selbst für ihre Interessen eintreten. "Wir sind groß und stark genug - wir können das", sagte Vocke. Der DJV habe sich zu lange gegen eine Strukturreform gewehrt.

Knackpunkt ist nach Angaben Vockes vor allem das verschärfte Fleischhygiene- und das Waffenrecht. Für jedes erlegte Tier müssten mindestens zwei Formulare ausgefüllt werden. Der bürokratische Aufwand sei zu hoch, sagte er. Außerdem kritisierte der BJV-Präsident, der DJV habe sich nicht genug gegen eine Verschärfung des Waffenrechtes stark gemacht. "Es kann nicht sein, dass wir Jäger verdachtsunabhängig unsere Häuser für Kontrollen öffnen müssen", sagte er. Bei jedem Kriminellen brauche man dafür einen Durchsuchungsbefehl. "Es kann doch nicht sein, dass wir schlechter gestellt werden als Kriminelle."

Inhaber von Waffenscheinen müssen bei Kontrollen nachweisen, dass sie ihre Gewehre und Pistolen und die zugehörige Munition ordnungsgemäß und getrennt voneinander aufbewahren. Die Diskussion um die Aufbewahrung war vor allem nach dem Amoklauf von Winnenden entbrannt.

Der DJV bedauerte den Austritt des BJV. "Wir sind den Bayern sehr entgegen gekommen", sagte eine Sprecherin in Bonn. So seien die Landesverbände zum Beispiel dem Wunsch Bayerns nach einer Beitragssenkung nachgekommen. Die Reduzierung des Mitgliedsbeitrages von zwölf auf neun Euro habe dem BJV aber nicht gereicht.

Vocke schloss nicht aus, dass der bayerische Landesverband dem DJV in einigen Jahren wieder beitreten werde. "Da muss aber erst wieder Vertrauen geschaffen werden." Bis dahin gelte: "Wir machen das wie CDU/CSU - wir marschieren getrennt, aber wir haben gemeinsame Ziele."

dpa

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