Nach brutaler Vergewaltigung: Dritter Täter verhaftet

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Die hohen Regresskosten schrecken junge Ärzte ab, eine eigene Praxis zu eröffnen.

Für zu hohe Arzneikosten haftbar

Kassenärzte fordern: Strafzahlungen beenden

München - Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) fordert eine schnelle Abschaffung der Strafzahlungen, die Ärzte leisten müssen, wenn sie zu viele oder zu teure Arzneien verordnen.

Die Regresse müssten in ihrer jetzigen Form aus dem Gesetzbuch gestrichen werden, sagte der Vorstands-Chef der KVB, Wolfgang Krombholz, am Donnerstag in München. Umfragen zeigten immer wieder, dass die Gefahr, für Arzneikosten haftbar gemacht zu werden, junge Ärzte davon abschrecke, sich mit einer eigenen Praxis niederzulassen. „Daher sind Regresse eine Gefahr für die Versorgung der Patienten auch in Bayern“, warnte Krombholz.

Eine Untersuchung der KVB habe gezeigt, dass die Regresse „nach willkürlichen Kriterien“ verhängt würden, kritisierte Krombholz. Die vom Gesetzgeber vorgegebenen Regeln passten nicht nur Wirklichkeit. So kämen Ärzte in ein Prüfverfahren, wenn sie bestimmte Durchschnittswerte überschreiten. In diese Durchschnittszahlen würden aber auch Praxen eingerechnet, die sehr wenige Medikamente verschreiben, etwa weil sie sich auf Psychotherapie spezialisiert haben. Auf diese Weise kämen auch Ärzte, die Arzneien so verordnen, wie es medizinisch sinnvoll ist, in die Gefahr, wegen einer Überschreitung der Durchschnittszahlen in ein Prüfverfahren zu geraten.

Krankenkassen halten Verfahren für notwendig

Die Krankenkassenverbände in Bayern wiesen die Kritik der KVB an den Prüfverfahren zurück. Die Verfahren seien notwendig, „um unnötige Gesundheitsausgaben zu vermeiden“, heißt es in einer Erklärung der Kassenverbände. Im Jahr 2010 seien 207 Mediziner in Bayern in Regress genommen worden, das seien lediglich 0,7 Prozent aller Kassenärzte, betonten die Kassen.

Der KV-Chef Krombholz konterte die Zahlen der Kassenverbände mit dem Hinweis, dass im Jahr 2010 knapp 1000 Ärzte in Bayern mit der Drohung eines Prüfverfahrens konfrontiert worden seien - auch wenn bei vielen am Ende kein Regress fällig wurde. Und noch weit mehr Ärzte hätten „bei jeder Unterschrift, bei jeder Verordnung die Angst im Nacken“, sagte Krombholz. Die KVB will die Erkenntnisse ihrer Untersuchung nutzen, um auf eine Gesetzesänderung zu drängen. Bis dahin sollten die zuständigen Prüfstellen keine Strafzahlungen mehr verhängen, forderte der KVB-Chef.

dpa

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