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Mandala-Malerin: Hala (li.) mit einer Freundin und Erzieherin Birgit Beyer.

Trotzdem noch viele Probleme

Kitas öffnen sich für Flüchtlingskinder

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Fürstenfeldbruck - Mit den Flüchtlingen kommen auch die Kinder. Doch nur wenige können bisher in Kindergärten gehen. Hier besteht Handlungsbedarf, sagt die Caritas.

In der „La Luna“-Gruppe geht es mal wieder hoch her. Es ist Freispiel-Zeit. Manche Kinder schmeißen sich in die Kuschelecke, andere haben Bilderbücher in der Hand. Einer holt sich Apfelstück auf Apfelstück. Es schmeckt.

Hala, 6, sitzt mittendrin. Sie malt Mandalas. Deutsch geht noch nicht so gut – aber sie lernt, sagt Erzieherin Birgit Beyer. Sie ist wissbegierig und aufgeweckt. Die meisten anderen „La Luna“-Kinder werden gar nicht wissen, dass Hala in Syrien geboren ist. Vor einem Jahr gelang ihren Eltern die Flucht. Die Umstände kennen sie im Kindergarten nicht – denn die Eltern, syrische Christen, sprechen kaum Deutsch.

Sie wohnen nun in Fürstenfeldbruck in einer Gemeinschaftsunterkunft – eine triste Siedlung übereinander gestapelter Container im Gewerbegebiet. Seit Mai ist Hala im Kindergarten. Eine Oase für die Sechsjährige. Ein Flüchtlingskind unterm Himmelszelt.

Es gibt wohl tausende Halas in Bayern – vor kurzem eingetroffene Flüchtlinge im Kindergartenalter, die in tristen Massenunterkünften wohnen und um die sich jemand kümmern sollte. Das sei „eine dringende Thematik“, sagt Landes-Caritasdirektor Bernhard Piendl. „Es reicht nicht, wenn die Leute ein Dach über dem Kopf haben.“ Vor allem die Kinder müssten intensiv betreut werden – „das war in der Politik bisher gar nicht auf dem Schirm“.

Mehr und mehr Flüchtlings-Eltern suchen nach einem Kindergarten-Platz. Manchmal, erzählt die stellvertretene Kindergarten-Leiterin Anja Vennefrohne, steht eine Mutter mit ihrem Kind vor der Tür. Nicht immer kann das „Himmelszelt“ helfen – der Kindergarten ist eigentlich voll.

Wer zahlt den Kindergarten-Platz

Noch dazu gibt es etliche Probleme, die die Caritas-Leute oft spontan lösen sollen. Wer zahlt den Kindergarten-Platz? Jugendamt oder Ausländerbehörde? Wie ist es mit Deutsch-Unterricht? Da gibt es einen Vorkurs in einer benachbarten Schule, im Moment aber nur einmal wöchentlich. Mehr wäre schön, heißt es bei den Erzieherinnen.

Ein weiteres Problem sind Hemmschwellen. „Allein die Tatsache, das Kind in fremde Hände zu geben, ist für viele Flüchtlinge ganz ungewohnt“, sagt Caritas-Direktor Piendl. Es gebe Fälle, da bleibe die Mutter die ganze Zeit über in der Gruppe – was den Erzieherinnen eigentlich nicht recht ist.

Klar ist, dass die Kinder mehr Zeit brauchen und die Caritas das irgendwie finanzieren muss. Piendl ist nachdenklich. Er macht sich derzeit durch Besuche in mehreren Kitas ein Bild von der Lage. Der Caritas-Chef will keine vorschnellen Forderungen in Richtung Staatsregierung stellen und er will auch nicht zusätzliche Bürokratie.

„Dass man was tun muss, ist klar – der Weg aber noch unklar“, sagt er vorsichtig. Eine Möglichkeit wäre vielleicht, den Betreuungsfaktor für Flüchtlingskinder zu erhöhen. Ein Kind unter drei Jahren zählt bisher wie zwei Kinder, ein Flüchtlingskind bekommt jedoch nur den Faktor 1,3. „Wir prüfen das“, sagt Piendl.

Dirk Walter

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