Helfer des BRK verpacken  Gratis-FFP2-Masken in Fünfer Packs für die Verteilung an Bedürftige
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Helfer des BRK verpackten gestern Gratis-FFP2-Masken in Fünfer Packs für die Verteilung an Bedürftige.

Unklarheiten um die Verteilung

Gratis-FFP2-Masken nun auch für Asylbewerber ausgegeben

  • Katrin Woitsch
    vonKatrin Woitsch
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Die neue FFP2-Maskenpflicht stellt die Landratsämter vor organisatorische Herausforderungen. Die Entscheidung, dass auch Asylbewerber mit Gratis-Masken versorgt werden, ist erst vor wenigen Tagen gefallen. Damit sind aber nicht alle Probleme gelöst.

  • Unklarheiten, ob auch Asylbewerber Gratis-FFP2-Masken bekommen
  • Kommunen sollen Maskenverteilung in Unterkünften nun regeln
  • Situation in Flüchtlingsheimen spitzt sich durch die Pandemie zu

München – Andrea Betz hat in den letzten Tagen deutlich mehr Fragen beantworten müssen als sonst. Das hängt mit der neuen FFP2-Maskenpflicht zusammen. Sie arbeitet bei der Diakonie München und Oberbayern im Bereich Flucht und Migration. Ihre Kollegen beraten viele Flüchtlinge. Die Frage, ob auch sie Gratis-FFP2-Masken bekommen werden, kann Betz erst seit gestern mit einem „ja“ beantworten. Denn in dem ersten Schreiben, das die Kommunen vom Städtetag bekommen haben, stand noch, dass Personen, die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Unterstützung erhalten, keine Gratis-Masken bekommen. Den Kommunen wird aber eingeräumt, sie dieser Gruppe großzügig auszuteilen. Damit hätte die Entscheidung bei jedem Landkreis gelegen. Das hätte großes Durcheinander bedeutet, ist Betz sicher. Schon deshalb, weil eine andere Gruppe Gratis-Masken bekommen hätte: die sogenannten Fehlbeleger, die zwar bereits anerkannt sind, aber noch in den Unterkünften leben, weil sie keine Wohnung finden. Sie erhalten Sozialhilfe – und haben damit einen Anspruch auf die Gratis-Masken.

Dieses Problem hat nicht nur sie erkannt. Die Situation sei anfangs sehr unklar gewesen, sagt Julius Forster, Städtetag-Referent im Bereich Gesundheit und Pflege. Inzwischen gibt es eine neue Regelung: Auch Asylbewerber bekommen Gratis-Masken. Die Kommunen sind bereits von den zuständigen Regierungen informiert worden. Vorgeschlagen wird für Januar jeder Person über 15 Jahre zwei Gratis-Masken und für jeden folgenden Monat sechs Masken auszuhändigen. Alternativ denkbar wäre eine Erhöhung der Geldleistungen – um sechs Euro im Januar und dann monatlich zwölf Euro.

Die Angst, sich anzustecken, ist bei den meisten Asylbewerbern groß.

Andrea Betz, Diakonie München und Oberbayern

Wie die Masken verteilt werden, regeln die Landratsämter. Auch das ist logistisch nicht so einfach. Denn die Fehlbeleger in den Unterkünften bekommen sie eigentlich im Jobcenter. Im Kreis Fürstenfeldbruck werde aus Praktikabilitätsgründen nun aber Maskenpakete für alle Menschen in den Unterkünften geliefert, erklärt eine Sprecherin des Landratsamtes.

Logistisch sei das Ganze eine riesige Aufgabe, sagt auch Andrea Betz. Sie ist erleichtert, dass sich dieses Problem rechtzeitig gelöst hat, bevor kommenden Montag Bußgelder für Verstöße gegen die FFP2-Maskenpflicht gezahlt werden müssen. Dennoch sind bei den Flüchtlingen viele Fragen offen, sagt sie. Zum Beispiel, wo sie die Masken kostengünstig bekommen können, wenn sie sie selbst kaufen müssen. „Auch bei der Frage, wie lange man sie tragen kann, wird noch Aufklärungsarbeit nötig sein“, sagt Betz. Vor allem aber ist sie erleichtert, dass die Menschen in den Unterkünften nun mit Masken versorgt sind. „Die Angst, sich anzustecken, ist bei den meisten von ihnen sehr groß“, sagt sie. Den Asylbewerbern sei sehr bewusst, dass sie in den Unterkünften sehr viel tun müssen, um sich selbst zu schützen. Alle benutzen Gemeinschaftsküchen, Gemeinschaftswaschräume. „Keiner kann den ganzen Tag in seinem kleinen Zimmer ausharren“, sagt Betz. Auch tagsüber seien gerade sehr viele Menschen in den Unterkünften – weil die Schulen zu sind, weil viele Flüchtlinge ihre Arbeitsstellen verloren haben. „Das wäre schon ohne Pandemie eine schwierige Situation.“ Ihrer Erfahrung nach ist es nicht mehr schwer, den Flüchtlingen die Bedeutung der Masken zu vermitteln. „Das Verantwortungsgefühl ist groß“, sagt sie. „Weil inzwischen auch die Angst, sich anzustecken, groß ist.“

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