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Viele Fahrradunfälle in Bayern sind ein Alarmzeichen.

Meistens sind die Biker selber schuld

Bayerns Radfahrer leben gefährlich - Alle 32 Minuten ein Unfall

Wer im Freistaat mit dem Radl unterwegs ist, der sollte höllisch aufpassen. Es kracht nicht nur häufig, auch die Zahl der Verletzten und Toten steigt.

München - Fahrradfahrer in Bayern leben weiterhin gefährlich. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei 16 049 Unfälle von Radfahrern im Freistaat und damit fast genauso viele wie im Jahr 2016 (16 057). Damit krachte es rechnerisch alle 32 Minuten. Dies geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Seit 2013 steigt die Zahl der Unfälle stetig an, damals waren es noch 13 575 Unfälle. Pedelecs beziehungsweise Elektroräder waren 2017 an 967 Unfällen beteiligt. In 687 Fällen seien die Radfahrer alkoholisiert gewesen.

Besonders besorgniserregend ist in der Statistik der gestiegene Anteil von verletzten und getöteten Radlern. 14 758 erlitten bei den Zusammenstößen leichte bis schwere Blessuren, 70 wurden getötet. Zum Vergleich: 2016 gab es 68 tote Radfahrer und 14 687 Verletzte. Landesweit hat Bayern einen Radverkehrsanteil von 10,5 Prozent am Gesamtverkehrsaufkommen, in Städten sind es rund 20 Prozent.

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Ein Großteil der Unfälle geht auf das Konto der Radfahrer selbst: In mehr als zwei Drittel der Unfälle (67,1 Prozent) lag das Fehlverhalten bei den Fahrradfahrern. Hauptunfallursachen bei den Autofahrern waren Fehler beim Abbiegen und Wenden sowie missachtete Vorfahrten. Bei den Radfahrern sei die falsche Straßenbenutzung oft der Unfallgrund, also Fahrten auf Gehwegen oder entgegen der Fahrtrichtung, hieß es.

SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher bewertet die Entwicklung als Beweis dafür, „dass urbane Mobilität künftig anders organisiert werden muss“. Die Zahl der Radfahrer steige nicht nur, die heutigen Fahrräder - etwa mit Anhängern für Kinder oder Lastenräder - benötigten auch mehr Platz. Darauf seien die Städte nicht eingestellt. „Mit dem Fahrrad in Bayerns Städten unterwegs zu sein, ist nicht überall das reinste Vergnügen - im Übrigen auch für die anderen Verkehrsteilnehmer nicht“, betonte er.

Um die Unfallzahlen zu senken, müsse das Miteinander von Autos, Bussen und Bahnen sowie Fahrrädern und Fußgängern besser organisiert werden. „Radspuren sind oft zu schmal, wir brauchen mehr Fahrradstraßen.“

dpa

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