Neue Stellen durch G9-Einführung

Bayerns Realschulen fordern mehr IT-Lehrer

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Bayerns Realschulen hadern seit Langem mit fehlenden Fachlehrern für IT-Seminare. Hoffnung macht ihnen nun die absehbare G9-Einführung. Sie könnte das Problem lösen.

München – Die absehbare G9-Einführung ruft nun auch andere Schularten auf den Plan. Auch sie haben Forderungen, wenn auch im bescheideneren Ausmaß als die Gymnasiallehrer, die für die G9-Umsetzung von 1000 neuen Stellen ausgehen. Den bayerischen Realschullehrern würden zur Bewältigung eines speziellen Problems schon eine Handvoll ausreichen. Sie hadern seit langer Zeit mit fehlenden Fachlehrern im Fach Informationstechnologie.

Der Rosenheimer Arbeitskreis „Schule, Bildung und Sport“ schlägt nun Alarm. Die nötigen Qualitätsanforderungen im Fach IT würden „nicht erreicht“, weil Lehrkräfte „in höheren Jahrgangsstufen viele Module nicht unterrichten können“. Dabei sei IT doch „das Fach der Zukunft“, sagt die Priener Realschul-Direktorin Kerstin Haferkorn, die den Schul-Arbeitskreis seit kurzem leitet.

In der Tat sind die Realschulen bei IT führend. Je nach Wahlpflichtfächergruppe gibt es ab der 6., spätestens 7. Klasse bis zur zehnten Jahrgangsstufe zwei bis vier Stunden in der Woche Informationstechnologie. „Es ist ein Pflicht- und Vorrückungsfach“, sagt der ehemalige Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands, Peter Peltzer, auf dessen Druck das Fach einst eingeführt worden war. Er ist wie viele leitende Realschullehrer jedoch mit der Umsetzung mittlerweile unzufrieden. Der Grund ist die nach Peltzers Meinung mangelhafte Lehrerausbildung. Zunächst war an der Universität Erlangen ein Lehrstuhl Informatik eingerichtet worden. Doch gilt das Studium dort als verkopft und für Lehramtsanwärter wenig geeignet. Die meisten Absolventen des Lehrstuhl wechseln mittlerweile in die freie Wirtschaft. Auch eine „Zusatzausbildung IT“ im ersten Einsatzjahr während des Referendariats brachte bisher nicht den gewünschten Erfolg. Viele Inhalte würden „oftmals von den Lehrkräften nicht beherrscht“, heißt es in einer Mitteilung des Schul-Arbeitskreises. Schon in der 8. Klasse sind manche Lehrer mit Inhalten wie „Modellierung und Codierung von Algorithmen“ oder „Objektorientierter Programmierung“ überfordert.

Haferkorn und Peltzer schlagen vor, dass zwei Fachlehrer-Seminare für IT für die Realschulen eingerichtet werden, wie es auch in anderen Fächern üblich ist. Das würde etwa sechs Stellen zusätzlich bedeuten. Damit werde die Ausbildung auf solide Füße gestellt. Ein Vorstoß bei Schul-Staatssekretär Georg Eisenreich (CSU) sei leider wirkungslos verpufft.  

Rubriklistenbild: © dpa

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