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Noch sorgen ungewöhnlich warme Temperaturen und so gut wie kein Schneefall für wenig Winterstimmung in Bayrischzell.

Schwierige Zukunft

Skigebiete rüsten sich für den Klimawandel

Bayrischzell - Der Wintertourismus in Bayern ist bedroht: Der Klimawandel könnte Ski-Fahren in Zukunft unmöglich machen. Bayerns Skigebiete rüsten deshalb auf.

2014 könnte hierzulande als das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingehen. Für die Skigebiete in den Alpen ist das nicht unbedingt eine gute Nachricht. Im Ringen um den zahlungskräftigen Urlauber investieren sie weiter enorme Summen.

Am Sudelfeld in Bayrischzell (Landkreis Miesbach) zum Beispiel haben die Bergbahnen vor 12,5 Millionen Euro einen zwei Fußballfelder großen Speicherteich und einen modernen Sesselliftgebaut. Das Projekt ist aus Naturschutzgründen sehr umstritten, es ging sogar vor Gericht. Die Gegner unterlagen jedoch bei dem Prozess vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.

Nutzen der Modernisierung ist umstritten

Der Speicherteich stelle die künstliche Beschneiung und damit den Winterbetrieb für die nächsten 25 Jahre sicher, sagt Geschäftsführer Harald Gmeiner. „Die Rentabilität ist uns bestätigt worden. Das Skifahren ist für die gesamte Investitionsperiode gewährleistet.“

Geldgeber hätten Schlange gestanden. Der Wintertourismus sei ein entscheidender Wirtschaftsfaktor: „Ein Euro am Lift wirft weitere fünf Euro in der Region ab“, sagt Gmeiner. Das Gebiet habe überwiegend Nordhänge, was die Auswirkungen des Klimawandels dämpfe. Nach den Baumaßnahmen soll das Sudelfeld auch im Sommer wieder ein attraktives Erholungsgebiet mit Wanderwegen für Familien sein.

Andere Experten bezweifeln, dass durch den Speicherteich langfristig Schneesicherheit gewährleistet werden kann. Am Sudelfeld liegen beinahe alle Pisten unterhalb von 1500 Metern. Christian Baumgartner, Experte für nachhaltigen Tourismus, prophezeit: „Skigebiete unter 1500 Metern werden es sehr schwierig haben.“ Er fordert ein Umdenken in der Politik: „Staatliche Förderungen beim Ausbau von Beschneiungsanlagen sind nicht mehr zeitgemäß.“

Maßnahmen in Österreich

Mit ähnlichen Problemen wie in den bayerischen Alpen haben auch die österreichischen Skigebiete zu kämpfen. Nach Angaben ihres Verbands haben die Seilbahnen im Österreich fast 540 Millionen Euro für Sicherheit und Komfort ausgegeben. Auch dort werden große Anstrengungen unternommen, um den Bestand des Wintertourismus zu sichern.

In Gaißau-Hintersse zum Beispiel haben sich die Betreiber sogar einen chinesischen Investor ins Boot geholt. Große Pläne werden außerdem im Tiroler Ötztal gemacht: Im Freiluftlabor in Obergurgl gibt es seit kurzem eine Weltpremiere. Eine künstlich produzierte Wolke stellt auf Knopfdruck Kunstschnee her, der dem Schnee von Frau Holle so ähnlich sein soll, wie dies bislang keine Schneekanone der Welt geschafft habe. Die Vorteile des „grünen“ Schnees sollen geringe Dichte, deutlich weniger Energieaufwand und eine effizientere Nutzung von Wasser sein.

dpa

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