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Hartes Leben: Hauskatzen können ohne den Menschen nicht überleben.

Tierschutzbericht

Bayerns unkastrierten Katzen droht Hausarrest

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München - Die Zahl streunender Katzen nimmt zu. Das Landwirtschaftsministerium will unkastrierte Haustiere unter Stubenarrest setzen. Doch die Kommunen sehen bisher offenbar keinen Handlungsbedarf.

Der Katzenjammer in bayerischen Städten und Gemeinden ist seit Jahren kaum zu überhören. Tierschützer schätzen die Zahl streunender Hauskatzen auf bundesweit zwei Millionen. In Bayern sollen es 300 000 sein. Hauskatzen können ohne menschliche Unterstützung nicht überleben. Sie verhungern oder verenden an Krankheiten wie Katzenschnupfen. Viele heimatlose Katzenjunge erfrieren im Winter. In freier Wildbahn erfahren Katzen „häufig Schmerzen, Leiden oder Schäden in teilweise erheblichem Ausmaß“, heißt es im neuen Tierschutzbericht der Bundesregierung. Ein Sprecher von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) sagte: „In einzelnen Regionen Deutschlands haben sich Kolonien aus herrenlosen, wildlebenden Katzen entwickelt, weil Tiere ausgesetzt wurden oder entlaufen sind.“ Das Landwirtschaftsministerium schlägt daher vor, unkastrierte Hauskatzen unter Stubenarrest zu setzen, um die Zahl herumstreunender Tiere zu verringern. Entsprechende Maßnahmen könnten Landesregierungen seit Änderung des Tierschutzgesetzes vor zwei Jahren treffen.

Die Länder nutzen die Möglichkeit unterschiedlich. Der Freistaat Bayern hat, wie einige andere Bundesländer, die Ermächtigung für solche Verordnungen an die Städte und Gemeinden weitergegeben. Somit können die Kommunen selbst entscheiden, ob sie den Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen verbieten oder eine Pflicht zur Kastration einführen. Nach Angaben der Tierrechtsorganisation PETA haben sich deutschlandweit mehr als 250 Städte- und Gemeinden für eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht entschieden. Keine einzige dieser Kommunen befindet sich in Bayern.

Unkastrierte Katzen können sich zwei- bis dreimal im Jahr fortpflanzen. Durchschnittlich beherbergt jedes Tierheim 220 Katzen pro Jahr. Vor diesem Hintergrund fordert der Bayerische Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes die bayerischen Bürgermeister seit Jahren zum Handeln auf.

Die Präsidentin Nicole Brühl schätzt, dass bayerische Tierschutzvereine pro Jahr rund 800 000 Euro ausgeben, um streunende Katzen zu kastrieren und zu versorgen. „Das finanziert sich nur über Spenden. Dabei übernehmen wir kommunale Aufgaben“, sagt sie. Schließlich sorge der Tierschutzbund dafür, dass sich die Katzen-Krankheiten nicht ausbreiten und auf den Menschen übertragen. „Wir betreiben Seuchenschutz.“

Ganz anders bewertet man die Lage im Bayerischen Städtetag. Laut Pressesprecher Achim Sing sind heimatlose Katzen in den bayerischen Städten bisher noch nicht als Problem in Erscheinung getreten. „Außerdem beschäftigen wir uns derzeit hauptsächlich mit der Unterbringung von Flüchtlingen."

Thomas Radlmaier

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