Totales Bahn-Chaos am Montagmorgen: In Bayern fährt kein Zug mehr

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Aschau im Chiemgau ist regenreich. 2013 schäumte der Fluss Prien wie wild.

Regen, Blitz und Donner 

Bayerns Unwetter-Hochburgen - hier regnet es am meisten

Die Starkregen-Hochburg in Deutschland ist Aschau im Chiemgau. Seit 2001 sind dort 115 Stunden Starkregen vom Himmel geprasselt. Diese Orte in Bayern sind auch vorne mit dabei. 

München – Vor fünf Jahren war es zuletzt so schlimm. Beim Hochwasser Anfang Juni 2013 standen zahlreiche Keller in Aschau im Chiemgau (Kreis Rosenheim) unter Wasser, Tiefgaragen waren überflutet. Das ansteigende Grundwasser durch die massiven Regenfälle machte der Gemeinde schwer zu schaffen. Heinz Scheck, Leiter des Tiefbauamtes, erinnert sich nur ungern an diese schwierigen Tage. Dass seine Gemeinde nun aber zur Starkregen-Hochburg Deutschlands ausgerufen worden ist, verwundert ihn schon etwas.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtete gestern in Berlin mit Verweis auf Zahlen des Deutschen Wetterdienstes, dass es in Aschau im Chiemgau seit Beginn der flächendeckenden Wetterradarmessung im Jahr 2001 sage und schreibe 115 Stunden Starkregen gegeben hat. Auf Platz zwei folgt demnach die Region Königssee mit 102,2 Stunden und Ruhpolding mit 101,7 Stunden Starkregen bis Ende 2017.

Aschau sei auch der starkregenreichste Ort in Deutschland, erklärte der GDV. Wegen seiner topografischen Lage sei der Freistaat besonders anfällig für schwere Unwetter. „Die Nordränder der Mittelgebirge zählen grundsätzlich zu den gefährdetsten Gebieten in Deutschland“, sagt Andreas Becker, Klimaexperte beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Gleiches gelte für die Westhänge der Mittelgebirge sowie für das Alpenvorland.

Naturgewalten wie Sturm, Hagel oder Starkregen sorgen Jahr für Jahr in Deutschland für Milliardenschäden an Gebäuden oder Hausrat. Der Versicherungsschutz ist aber laut GDV noch lückenhaft. „Erst 32 Prozent der Häuser in Bayern sind gegen Überflutungen durch Starkregen oder Hochwasser versichert“, so Oliver Hauner, Experte für Sachversicherungen beim GDV.

„Die letzten Jahre waren wir Gott sei Dank verschont“, sagt Heinz Scheck vom Tiefbauamt Aschau. Das Wasserwirtschaftsamt sei ständig damit beschäftigt, die Flüsse und Bäche aufzurüsten, damit sie Unwettern standhalten. Er weiß, dass der Ortsteil Grattenbach zwischen Aschau und Sachrang als einer der niederschlagsreichsten Gegenden Deutschlands geführt wird – mit jährlich über 2000 Milliliter Niederschlag. Aber Scheck wiegelt ab: So schlimm sei es gar nicht. „Hier ist noch keiner vom Starkregen weggeschwemmt worden.“

Starkregen-Stunden in Bayern seit 2001  

1. Aschau im Chiemgau (Kreis Rosenheim) - 115 Stunden 

2. Berchtesgarden/Königssee - 102,2 Stunden 

3. Ruhpolding (Kreis Traunstein) - 101,7 Stunden 

4. Marktschellenberg (Kreis Berchtesgardener Land) - 101,6 Stunden

5. Rottach-Egern (Kreis Miesbach) - 101,4 Stunden 

6. Bad Hindelang (Kreis Oberallgäu) - 91,8 Stunden 

7. Reit im Winkl (Kreis Traunstein) - 83,8 Stunden 

8. Schliersee (Kreis Miesbach) - 82,5 Stunden 

9. Bergen (Chiemgau/Kreis Traunstein) - 81,1 Stunden 

10. Bayerisch Gmain (Kreis Berchtesgardeneer Land) 80,6 Stunden

 

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