Bayernweit Warnstreiks im öffentlichen Dienst

München - Im festgefahrenen Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst haben sich Tausende von Menschen an Arbeitsniederlegungen in Bayern beteiligt. Welche Bereiche betroffen sind:

Die Gewerkschaft Verdi gehe davon aus, die angepeilte Zahl von 2300 Angestellten des öffentlichen Dienstes am Mittwoch “locker erreicht oder tendenziell überschritten“ zu haben, sagte Verdi-Tarifkoordinator Norbert Flach. Allein in Rosenheim beteiligten sich 500 Menschen an einem Demonstrationszug. Mit Beifall hätten die Streikenden auf die Ankündigung reagiert, den Arbeitskampf zu verschärfen, “wenn wir nicht weiterkommen“, sagte er.

Schon in den frühen Morgenstunden begannen erste Arbeitsniederlegungen. “Vor allem Mitarbeiter der Straßenmeistereien haben ihre Arbeit niedergelegt und sind früh zusammengekommen, um später zu demonstrieren“, sagte Flach. Für den Berufsverkehr habe das keine Konsequenzen gehabt. “Wir haben den Vorteil, dass wir keinen Winterdienst machen mussten“, sagte er. Auf der anderen Seite bemerkten die Bürger die Warnstreiks so nicht unmittelbar. “Das ist immer der Zwiespalt.“

Betroffen von den Warnstreiks waren neben Straßenmeistereien etwa Finanzämter und Justizbehörden in insgesamt 37 Städten, darunter Augsburg, Ingolstadt und Regensburg. Allein in München versammelten sich nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei rund 1800 Beschäftigte auf einer Kundgebung, darunter 600 Mitarbeiter der Telekom. Im Tarifstreit mit der Deutschen Telekom legten in ganz Bayern auch fast 2000 Telekom-Mitarbeiter vorübergehend die Arbeit nieder.

Verdi, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die Gewerkschaft der Polizei fordern ein Lohnplus von 50 Euro und eine lineare Erhöhung von drei Prozent bei einer Laufzeit von 14 Monaten. Dies lehnen die Arbeitgeber strikt ab. Am 9. und 10. März treffen die Tarifparteien erneut zu Gesprächen für die bundesweit rund 600 000 Angestellten der Länder zusammen.

dpa

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