Prozess vertagt

Mordversuch wegen Liebeskummer

Bayreuth - Aus enttäuschter Liebe soll ein Mann einen Mordversuch verübt haben. Jetzt steht der 37-Jährige vor Gericht. Doch bereits nach zwei Stunden wurde die Verhandlung vertagt.

Wegen eines zu erregten Angeklagten hat das Landgericht Bayreuth einen Prozess um Mordversuch und Brandstiftung kurz nach Beginn vertagt. Der 37-Jährige sei derzeit nicht verhandlungsfähig, erklärte der Vorsitzende Richter Michael Eckstein am Montag. Dies habe zuvor eine Einschätzung des als Gutachter geladenen Psychiaters Klaus Leipziger ergeben.

Der Angeklagte sei so erregt, dass er der Verhandlung nicht folgen könne, sagte Leipziger. Ein geordnetes Denken sei ihm derzeit nicht möglich. Weitergehen soll es in dem Verfahren nun am 7. Januar, ein Urteil dürfte erst Ende Januar fallen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, einer Frau in Hessen aus verschmähter Liebe nachgestellt und versucht zu haben, sie umzubringen. Zum Prozessauftakt sagte der Berufskraftfahrer: „Ich hab's getan, es tut mir leid.“ Als Motiv nannte er Eifersucht.

Laut Anklage hatte er einen Bremsschlauch am Auto der Frau heimlich durchschnitten. Nur mit Glück habe die Frau einen Unfall verhindern können. Zudem soll der Angeklagte einen Brandanschlag auf das Haus ihres Freundes im oberfränkischen Kulmbach verübt und mit etlichen weiteren Aktionen die Frau und ihren Partner in Gefahr gebracht haben.

Der 37-Jährige schilderte vor Gericht, dass er die neun Jahre ältere Frau im Sommer 2011 auf einer Großveranstaltung in Hessen kennengelernt habe. Sie hätten Sex gehabt und sich auch später immer wieder getroffen. So habe ihn die Frau beispielsweise zum Geburtstag seines Vaters nach Brandenburg begleitet; er sei mit ihr und ihren Kindern beim Zelten gewesen. Alles sei „normal“ gelaufen.

Danach gerieten die Ausführungen des Mannes ins Stocken, er begann, am ganzen Körper zu zittern. Nach einer Verhandlungspause verkündete die Kammer die Unterbrechung des Prozesses.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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