Bayreuther wegen Raubmordes in Haft

Bayreuth - Ein in Bayreuth lebender Mann soll vor zwölf Jahren an einem dreifachen Mord in seinem Heimatland Kirgisistan beteiligt gewesen sein.

Gegen den 31-jährigen Russlanddeutschen wurde Haftbefehl erlassen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bayreuth vom Donnerstag soll er im Oktober 1997 zusammen mit zwei Komplizen in der Stadt Tokmok eine Wechselstube überfallen und dabei drei Menschen erstochen haben. Die Täter erbeuteten damals Bargeld in verschiedenen Währungen in Höhe von umgerechnet rund 10.000 Euro.

Einer der beiden Mittäter ist im Juli 2007 vom Stadtgericht Tokmok zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt worden. Der andere befindet sich noch auf der Flucht. Der 31-Jährige war etwa zwei Monate nach der Tat nach Deutschland gekommen, berichtete der Leitende Oberstaatsanwalt, Thomas Janovsky. Er habe anschließend die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und die Schreibweise seines Namens eingedeutscht.

Die Justiz in Bayreuth hatte die Ermittlungen vor gut einem Jahr aufgrund eines internationalen Haftbefehls der Behörden in Kirgisistan aufgenommen. Damals sei festgestellt worden, dass es sich bei der gesuchten Person mit ähnlicher Namensschreibweise um den 31-Jährigen handeln könnte. Die Ermittlungen zogen sich in die Länge, weil über ein Rechtshilfeersuchen erst die Ermittlungsakten angefordert werden mussten. Diese bestanden laut Janovsky aus 350 teilweise handgeschriebenen Seiten, die in akribischer Kleinarbeit aus der kirgisischen und der russischen Sprache ins Deutsche übersetzt werden mussten.

Nach der Auswertung der Akten hat die Staatsanwaltschaft einen dringenden Tatverdacht bejaht und Haftbefehl beantragt. Beim Ermittlungsrichter äußerte sich der 31-Jährige nicht zu den Vorwürfen. Er sitzt derzeit wegen Rauschgiftdelikten im Gefängnis. Da er mittlerweile die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, wird er nicht ausgeliefert, sondern in Bayreuth vor Gericht gestellt werden. Vor einer Anklageerhebung und einer Hauptverhandlung seien jedoch noch weitere Ermittlungen in Zusammenarbeit mit den kirgisischen Behörden nötig, erklärte Janovsky. Ein Termin stehe deshalb noch nicht fest.

dpa

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