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Der Wolf – wie gefährlich ist er? Generell gilt, dass die vorsichtigen Tiere Menschen aus dem Weg gehen.

Angst in Bayrischzell: Wolf reißt Schafe

Miesbach - Es geht die Angst um, im Land rund um Bayrischzell. Seit Donnerstag – seit ziemlich sicher ist, dass ein Wolf in der Nacht vier Schafe unweit des Klarer-Hofes in der Gemeinde Bayrischzell gerissen hat.

Nun fragen sich viele: Wie aggressiv ist das Tier? Und wann schlägt der einsame Wolf wieder zu? Die Sorge um die Sicherheit von Mensch und Tier – sie treibt jetzt nicht nur den Bayrischzeller Bürgermeister Helmut Limbrunner um.

Der Gemeindechef erwartet daher von der Staatsregierung unverzüglich klare Aussagen zur weiteren Vorgehensweise. „Sind die Kinder im Waldkindergarten noch sicher?“, ist nur eine Frage, die ihn bewegt. Auch die Sorge um den Tourismus ist bei Limbrunner groß. Schließlich hat sich der Wolf bei seinem Beutezug im Ortsteil Geitau in bewohntes Gebiet vorgewagt.

Die Herde von Landwirt Kajetan Leitner, aus der die getöteten Tiere stammen, weidete nur rund 200 Meter von seinem Bauernhof entfernt. Leitner gibt zu dem Vorfall keinen Kommentar ab. Auch Manfred Wölfl, der Wildtier-Manager der Bayerischen Staatsregierung, hüllt sich in Schweigen. Pressesprecher Frank Skodczinski vom Landratsamt Miesbach machte aber deutlich, dass nach Auskunft von Experten keine akute Gefahr für den Menschen besteht.

Hier in Geitau griff der Wolf an.

Der Wolf – er streunt wohl schon länger durchs Gebiet rund um die Rotwand. Im Januar dieses Jahres war bekannt geworden, dass ein Wolf im Bereich des Tatzelwurms bei Bayrischzell mehrere Wildtiere getötet hat. Ob dasselbe Tier auch für den Tod der vier Schafe verantwortlich ist? Möglich. Als der Vorfall bekannt wurde, tagte im Landratsamt zufällig eine Runde, die besprach, wie man mit einem wilden Wolf umgehen müsse …

Dass ein Wolf die Schafe gerissen hat, kann mit letzter Sicherheit erst nach Auswertung von DNA-Spuren gesagt werden. „Die Bissspuren deuten aber darauf hin“, weiß Gerhard Kinshofer, der Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, aus der Besprechung. Seiner Einschätzung nach stehen die Behörden jetzt vor einem Problem. Erinnerungen an Braunbär Bruno, der nach wochenlangen Beutezügen in Bayern und Tirol im Juni 2006 im Spitzing-Gebiet erschossen wurde, werden da beispielsweise bei Almbauer Georg Kloo aus Geitau wach. „Es gibt jetzt kein Patentrezept“, sagt Kloo. Dass sich die Landwirte um ihr Vieh Sorgen machen müssen, steht für ihn außer Zweifel: „Der greift auch Rinder an.“ Alm- und Weidevieh könne man nicht hundertprozentig vor einem Wolf schützen. „Im Winter hat er sich ans Rotwild gehalten. Da standen unsere Tiere im Stall, jetzt sind sie dran.“

Denn auch Kloo kennt das Gerücht, dass im April im Gemeinde-Bereich von Bayrischzell drei Wildtiere gefunden wurden, die vermutlich ebenfalls von einem Wolf getötet wurden. Die Spuren deuteten darauf hin. Das wilde Tier, es ist schon länger auf der Jagd …

Norbert Kotter

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