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Erwin Schneiderbauer

BDM: Rauswurf nach Haberfeldtreiben

Sachsenkam - Erwin Schneiderbauer ist unter Bauern berühmt-berüchtigt: Der niederbayerische Landwirt redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, ohne Rücksicht auf Verluste. Das macht ihm jetzt Probleme.

Lieblingsadressat seiner verbalen Attacken ist der Bauernverbands-Chef Gerd Sonnleitner. Spätestens, seitdem Schneiderbauer im niederbayerischen Ruhstorf – dem Wohnort von Sonnleiter – wüste Haberfeldtreiben veranstaltet, hat er sich einen zweifelhaften Ruf erworben.

Jetzt hat sich der Landwirt auch bei seinem eigenen Verband, dem Bundesverband der deutschen Milchviehhalter (BDM), unbeliebt gemacht. So sehr, dass er aufgefordert wurde, seinen BDM-Kreisvorsitz in Rottal-Inn abzugeben. BDM-Chef Romuald Schaber kündigte an, er werde ein Ausschlussverfahren einleiten, sollte der ungeliebte Landwirt nicht freiwillig gehen. So weit wird es wohl kommen, denn Schneiderbauer sagte gestern: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Freiwillig gehe ich nicht!“

Stein des Anstoßes ist eine Rede, die Schneiderbauer kürzlich beim Milchbauernabend am Reutberg im oberbayerischen Sachsenkam als eine Art Bruder Barnabas hielt. „Das war für den Vorsitzenden der Tropfen auf den heißen Stein“, so BDM-Geschäftsführer Thorsten Sehm. „Wir wollen niemanden zensieren, aber das spiegelte nicht die Meinung unseres Verbands wieder.“ Schneiderbauers Angriff auf die Politiker sei zu pauschal gewesen, Vorwürfe gegen den Bauernverband hätten einen „weiteren Keil“ zwischen die beiden Verbände getrieben. Bleibe Schneiderbauer weiterhin Kreisvorsitzender, drohe ein Imageverlust des BDM.

Dem Bauernverband, der von Schneiderbauer immer wieder hart attackiert wurde, sollte der Rauswurf freuen. „Wir wollen die Entscheidung nicht werten“, sagte Pressesprecherin Brigitte Scholz. „Aber was der BDM nun feststellt, haben wir in der Vergangenheit auch schon so erfahren.“

sw

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