Rettungsaktion 

Bedrohte Defline: Tiergarten bittet um Hilfe 

Dem Vaquita-Delfin droht die Ausrottung - deshalb wirbt der Tiergarten Nürnberg um Unterstützung für eine internationale Rettungsaktion für die Meeressäuger.

Nürnberg - Ziel sei es, bis zum Jahresende die für eine Umsetzung der Pläne fehlenden 800.000 Dollar (rund 684.000 Euro) aufzubringen, teilten Zoodirektor Dag Encke und sein für Forschung und Artenschutz zuständiger Kollege Lorenzo von Fersen am Donnerstag mit. 30.000 Euro seien seit Start der Kampagne Ende Juni bereits eingesammelt worden.

Die geplante Fang- und Rettungsaktion sieht vor, zunächst so viele Vaquitas wie möglich in abgegrenzte Reservate in Meeresbuchten zu überführen und in einer zweiten Phase an die Bedingungen dort zu gewöhnen. Alle Tiere, die sich anpassen, sollen dann in einer Schutzzone vermehrt werden, bis die illegale Fischerei zuverlässig unterbunden und alle ziellos im Meer treibenden Netze geboren seien. Letztlich würden alle gesunden Tiere wieder in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet ausgewildert, hieß es. Die Umsetzung der ersten und zweiten Projektphase kostet fünf Millionen Dollar. Mexikos Regierung und die US-Zoovereinigung AZA haben bereits 4,2 Millionen bereitgestellt.

Der Vaquita, ein 150 Zentimeter langer Schweinswal, kommt vor allem in einem Gebiet im Golf von Kalifornien vor Mexiko vor. Seit 1996 führt ihn die Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste als unmittelbar vom Aussterben bedroht. Waren noch vor 20 Jahren knapp 600 Individuen gesichtet worden, wurde der Bestand im Sommer 2016 auf rund 30 Tiere geschätzt. Der drastische Populationsrückgang wird mit der Verwendung von Stellnetzen für den Fang des ebenfalls bedrohten Totoaba-Fischs im Vaquita-Verbreitungsgebiet begründet. So erzielt die Schwimmblase des Totoaba auf dem chinesischen Markt derart astronomische Preise, dass die illegale Fischerei mittlerweile zum Teil von der mexikanischen Drogenmafia mitgetragen wird.

dpa

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