Harald Vorleuter: Seit sieben Jahren Schulleiter in Bad Tölz.

Personalentscheidung

Beförderung für G8-Einflüsterer Harald Vorleuter

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München/Bad Tölz – Am Tag der G9-Entscheidung bekommt ein ehemaliger eiserner Verfechter des G8 eine Beförderung: Der ehemalige Büroleiter und Berater von Ex-Kultusministerin Monika Hohlmeier war nach einer Verurteilung jahrelang ins zweite Glied gerutscht.

Eine interessante Personalie am Tag der G9-Entscheidung: Harald Vorleuter (59), derzeit Direktor des Gymnasiums in Bad Tölz, wurde von Schulminister Ludwig Spaenle zum Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberfranken ernannt. Der derzeitige MB, so die inoffizielle Bezeichnung für die Ministerialbeauftragten, geht Ende des Schuljahres in den Ruhestand. Dienstsitz ist eine Schule am anderen Ende Bayerns: das Jean-Paul-Gymnasium Hof. Vorleuter tritt sein Amt zum 1. August an. Er führt dann die Aufsicht über die 34 Gymnasien in Oberfranken und darf bei der Rückkehr zum G9 beraten – dabei war er einst eiserner Verfechter des G8.

Der Pädagoge hat eine wechselvolle Karriere hinter sich, die nicht weit entfernt von Hof begann: Als Direktor des Kulmbacher Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums fiel er mit glänzenden Beurteilungen auf und wurde nach München ins Kultusministerium geholt. Dort wurde er Büroleiter und politischer Berater von Kultusministerin Monika Hohlmeier, die er bei der Einführung des achtjährigen Gymnasiums beriet. Bei anderen Schulleitern galt Vorleuter als Einpeitscher und Verfechter einer harten Hand – eine Reihe von Lehrern wurde ins Ministerium zitiert und regelrecht geschurigelt.

Bald nach dem Rücktritt Hohlmeiers kam auch für Vorleuter der Karriereknick: Er wurde wegen Vorteilsnahme im Amt als Geschäftsführer der „Task Force“ zur Vorbereitung der Fußball-WM 2006 zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt. Nach einer Zwischenstation als Referatsleiter im Ministerium landete er in Bad Tölz. Eine erste Bewerbung als MB für Niederbayern war vor vier Jahren noch gescheitert – nun aber hat es geklappt. 

Gegendarstellung 

„In dem Artikel ,Beförderung für G8-Einflüsterer’ sind unwahre Tatsachenbehauptungen aufgestellt worden. 

1. Der Redakteur behauptet, ich sei „wegen Vorteilsnahme im Amt als Geschäftsführer der ‚Task Force‘ zur Vorbereitung der Fußball-WM 2006 zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt worden“. Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist, dass ich zu keiner ‚Geldstrafe‘ verurteilt worden bin. Die ‚Verhängung der Geldstrafe‘ ist auch nicht ‚zur Bewährung ausgesetzt‘ worden. Das Landgericht München hat 2009 im deutlichen Unterschied zu einer Strafe eine ‚Verwarnung‘ ausgesprochen. Ich bin weder vorbestraft noch fand ein Eintrag im Bundeszentralregister statt. 

2. Der Redakteur behauptet, es sei „eine Reihe von Lehrern … ins Ministerium zitiert und regelrecht geschurigelt“ worden und bringt dies, für jeden Leser deutlich, mit meiner Person und der Einführung des achtjährigen Gymnasiums in Verbindung. Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist, dass niemals von mir oder auf mein Betreiben „Lehrer ins Ministerium zitiert“ worden sind.

München, 15. Mai 2017 

Dr. Harald Vorleuter

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