Landgericht Augsburg

Behinderter Sohn will sterben - Vater tötet ihn

Augsburg - Mit einem schwierigen Thema muss sich das Augsburger Landgericht auseinandersetzen. Ein Vater tötete seinen behinderten Sohn - er hatte ihn immer wieder darum gebeten.

Jahrzehnte lang hat sich der Angeklagte liebevoll um seinen Sohn gekümmert. Er war sein Ein und Alles, er hat ihn von ganzem Herzen geliebt. Trotzdem hat er ihn getötet. Oder eher gerade deswegen.

Ein 77-jähriger Vater ist vor dem Landgericht Augsburg wegen "Tötung auf Verlangen" angeklagt, berichtet die augsburger-allgemeine.de. Der Mann soll seinen 50-jährigen Sohn umgebracht haben.

Immer wieder soll der Sohn, der seit seiner Geburt unter spastischen Lähmungen leidet und im Laufe der Zeit immer stärkere Schmerzen hatte, darum gebeten haben, sterben zu dürfen. Die Krankheit schritt gnadenlos voran, der Sohn konnte nicht mehr essen, nicht mehr trinken, war inkontinent und hatte Probleme beim Sprechen. Einmal soll er versucht haben, sich mit dem Rollstuhl die Treppe hinabzustürzen.

Irgendwann konnte der Vater das Leiden nicht mehr mit ansehen. Der Mann wollte seinem Sohn den Wunsch nach dem Tod erfüllen. Er gab ihm einen Medikamentencocktail und wollte sogar mit ihm gemeinsam sterben. Doch der Vater konnte in letzter Sekunde gerettet werden.

Jetzt muss sich das Landgericht Augsburg damit auseinandersetzen, wie der schwierige Fall juristisch zu werten ist. Es geht darum, ob es in so einem Fall überhaupt gerecht ist, eine Strafe zu verhängen und wenn ja, wie hoch diese ausfallen soll. Die Verteidigung plädiert wohl auf Straffreiheit, die Staatsanwaltschaft wohl auf eine Bewährungsstrafe. 

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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