Behörden untersuchen Fischsterben in der Alz

Burgkichen/Altötting - Nach einem Chemieunfall im oberbayerischen Burgkirchen haben Feuerwehrleute rund sechs Tonnen tote Fische aus der Alz geborgen.

Zuerst war von 150 Kilo toten Fischen die Rede. Entlang des Flüsschens Alz hofften Bewohner und Behörden, dass es nicht mehr werden. Jetzt scheint das ganze Ausmaß der Umweltkatastrophe bei Burgkirchen im Kreis Altötting bekannt zu sein: Erschreckende sechs Tonnen tote Fische haben Feuerwehrleute aus dem Gewässer geborgen, der Fluss ist auf 15 Kilometern verseucht.

Die Tiere waren verendet, weil giftige Substanzen in den Fluss gelangt sind, sagte ein Sprecher des Landratsamtes gestern. Ursache war wie berichtet ein Brand im Werk Gendorf, in dem mehrere Chemieunternehmen angesiedelt sind. Wie das Landratsamt mitteilt, scheint es sicher zu sein, dass es sich bei dem Gift um Genamin LA 302 D handelt. Der Stoff wird für die Herstellung von Waschmittel gebraucht und ist für Wasserorganismen hochtoxisch. Nach Angaben der Betreiber befand sich vor dem Brand eine Gesamtmenge von 5,7 Tonnen des giftigen Stoffes im Produktionsbehälter. 4,9 Tonnen seien noch vorhanden – fehlen also 800 Kilo, die zum Teil in den Fluss gelangten, zum Teil verbrannten. Bislang war die Behörde davon ausgegangen, dass das Gift über das Löschwasser in die Alz geschwemmt wurde – dies wurde jetzt ausgeschlossen. Die tatsächliche Ursache werde noch untersucht, am Donnerstag sollen Ergebnisse bekannt gegeben werden.

Das Fischsterben hat inzwischen auch eine politische Ebene erreicht. Die Grünen im Landtag fordern Aufklärung über die Katastrophe, die auch Umweltminister Marcel Huber (CSU) als „gravierend“ bezeichnet hatte.

cal

Rubriklistenbild: © dpa

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