Rettungskräfte suchen nach der Katastrophe von Beirut in den Trümmern nach Überlebenden
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Rettungskräfte suchen nach der Katastrophe von Beirut in den Trümmern nach Überlebenden.

Bayerische Rettungsfahrzeuge im Einsatz

Nach Explosion in Beirut: Libanon erhält weltweite Unterstützung - auch aus Bayern

Nach der Katastrophe von Beirut arbeiten die Rettungskräfte auf Hochtouren - auch ein früherer Löschzug aus Franken. Der bayerische Verein „Orienthelfer“ kümmert sich um Obdachlose.

  • Am Dienstag, 4. August, wurde Beirut (Libanon) von einer schrecklichen Katastrophe* heimgesucht.
  • Weltweit erhält das krisengebeutelte Land Unterstützung - auch aus Europa und Bayern.
  • Rettungskräfte, darunter welche vom THW aus Deutschland, arbeiten auf Hochtouren.
  • Einsatzfahrzeuge, die früher im Freistaat genutzt wurden, helfen im Nahen Osten. Es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig Spenden sind. In diesem Fall vom Hilfsverein eines Münchner Kabarettisten.

Beirut/Rohr – Die Bilder der Explosion aus Beirut haben die Welt erschüttert. Die Rettungskräfte dort versuchen unter Hochdruck, Verletzte aus den Trümmern im Hafenviertel zu befreien. Videoaufnahmen eines libanesischen TV-Senders belegen, dass dabei auch Spenden aus Bayern helfen. Denn die Kameraden der „Civil Defense 1 of Beirut“ fuhren mit einem ausgemusterten Feuerwehrwagen aus Franken zum Einsatz, wie der vom Münchner Kabarettisten Christian Springer gegründete gemeinnützige Verein „Orienthelfer“ dokumentiert hat.

Explosionen in Beirut: Feuerwehrauto einer fränkischen Gemeinde fährt Einsätze

Das alte Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16/25 war 38 Jahre lang in Bayern im Einsatz, zuletzt elf Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr im mittelfränkischen Rohr. „Wir haben das Fahrzeug vor fünf Jahren der Orienthilfe übergeben“, sagt Feuerwehrkommandant Roland Betsch. Seine Feuerwehr rüstete damals auf – ein Fahrzeug für mehr Personen, das nicht nur für Löscharbeiten, sondern auch für Einsätze bei Verkehrsunfällen geeignet ist, musste her.

Der in die Jahre gekommene Tanklöschzug war ursprünglich als Spende für den Einsatz in Syrien gedacht, landete am Ende aber im Libanon. Die Rohrer Feuerwehr hielt über die Orienthelfer Kontakt zum alten Fahrzeug und den Kameraden, die es weiter nutzen konnten. „Sie haben sich gefreut über den guten Zustand, weil die Pumpe erst kurz vorher noch einmal grundüberholt wurde“, sagt Betsch. Als er nun die Bilder von der Explosion in Beirut* sah, dachte er sofort an die Kameraden dort. „Das sind wahnsinnig traurige Umstände“, sagt er. Ein kleiner Trost ist dabei, dass der alte Wagen dort angekommen ist, wo er wirklich gebraucht wird.

Beirut: Rettungskräfte im Libanon von bayerischen Einsatzfahrzeugen unterstützt

Die Orienthelfer vermitteln immer wieder alte Einsatzfahrzeuge in diese Region, wie Christian Springer betont. „Angefangen hat alles mit fünf Müllfahrzeugen für Aleppo.“ Danach folgten Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge, etwa auch aus Gauting im Kreis Starnberg, organisiert vom Feuerwehrmann Hans Haslberger, der auch die libanesischen Kameraden in ihr neues, altes Fahrzeug eingewiesen hat.

Christian Springer und seine Orienthelfer wollen sich nun vor allem um die Obdachlosen in Beirut kümmern. Sie haben eine Feldküche der Bundeswehr organisiert, in der bis zu 2000 Mahlzeiten ausgegeben werden sollen. „Außerdem haben wir ein ehemaliges Hotel im Blick, in dem wir 100 Familien unterbringen wollen“, sagt Springer. Er will so schnell wie möglich in den Libanon reisen, um zu helfen.

Für die Opfer der Katastrophe von Beirut* hat sich eine ganze Welle der Hilfsbereitschaft gebildet. Aus mehreren Ländern trafen Rettungskräfte und Hilfsgüter ein. Aus Deutschland ist das THW 50 Fachleuten vor Ort.

Aber hätte die Katastrophe eigentlich verhindert werden können, wenn nicht sogar müssen? Nun packt ein Insider aus und spricht von einem Warn-Brief, den die Regierung bereits im Juli erhalten habe.

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