Berchtesgadener Alpen: Die Bergwacht Bayern rettet einen Vater und seinen Sohn mit einem Helikopter aus Schnee und Eis.
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Berchtesgadener Alpen: Bei warmen Temperaturen können Schneeschmelzen tückische Verhältnisse provozieren.

BRK warnt vor tückischem Wetter

„Grenzt an ein Wunder“: Vermisster Wanderer in den Alpen gefunden - seine Ausrüstung war wenig tauglich

  • Markus Christandl
    VonMarkus Christandl
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In den Berchtesgadener Alpen wurde ein Mann vermisst - fast zwei Tage lang. Die Polizei fand ihn in kurzer Hose und nassen Schuhen. Jetzt warnt das BRK.

Update vom 14. Juni, 21.19 Uhr: „Es grenzt an ein Wunder, dass er mit dieser Ausrüstung bereits die zweite Nacht in der Wand überstanden hat.“ Diese Einschätzung stammt von Polizeibergführer Jörg Fegg aus Berchtesgaden, der über eine Rettung eines tschechischen Wanderers (49) berichtet. Dieser hatte sich in kurzer Hose und in Turnschuhen am Hohen Göll (2522 m) verirrt, dort bereits eine Nacht in einem Felsvorsprung überstanden, ehe er in der Nacht zum Montag gegen 2 Uhr früh endlich in Sicherheit gebracht werden konnte.

Wanderer verirrt sich in Berchtesgadener Alpen - Über Nacht auf über 1.700 Metern

Der Tourist war am Samstag mit einer Begleiterin in Schönau am Königssee zu einer Mehrtagestour aufgebrochen. Sie wollten nach Überschreitung des sogenannten Hohen Bretts auf österreichischer Seite im Stahlhaus auf über 1.700 Meter übernachten. Auf dem Weg dorthin weigerte sich der Mann wegen unerwartet viel Schnees und dazu unpassenden Schuhwerks weiterzumarschieren. Das Paar trennte sich, die Frau erreichte das Stahlhaus und übernachtete dort. Der Mann wollte zurück. Als die Frau am Sonntag keinen Kontakt zu ihrem Partner herstellen konnte, stellte sie Vermisstenanzeige.

Bayern: Vermisster Tourist in den Bergen - Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera entdeckt Wanderer

Die Rettung kam in Form des Salzburger Polizeihubschraubers Libelle, der mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet ist. Die Besatzung entdeckte um 23 Uhr Lichtzeichen in den Südabstürzen des Hohen Bretts. Eine Bergung war den Österreichern aber nicht möglich. Das gelang erst der Besatzung eines bayerischen Polizeihubschraubers, die nachts eine Windenbergung durchführen darf. Der Tourist hatte nur Schürfwunden erlitten. Seinen Rucksack hatte er auf seiner Odyssee durch die Wand verloren.

Vermissten-Drama in den Alpen: Wanderer sitzt fast zwei Tage lang in den Bergen fest - mit Turnschuhen

Erstmeldung vom 14. Juni, 17.22 Uhr: Berchtesgaden - Fast zwei Tage lang hat ein Bergwanderer in den Berchtesgadener Alpen* festgesessen, bis Rettungskräfte ihn befreiten. Nahezu unverletzt sei der 49-Jährige gewesen, als Einsatzkräfte von Bergwacht* und Polizei ihn in der Nacht auf Montag (14. Juni) am Hohen Göll nahe der österreichischen Grenze fanden, teilte der Kreisverband Berchtesgadener Land des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) mit.

Schönau am Königssee: Wanderer trennt sich von Begleiterin - dann hört sie nichts mehr von ihm

Der Mann aus Tschechien war am Samstag mit einer 52 Jahre alten Begleiterin in Schönau am Königssee zu einer mehrtägigen Tour aufgebrochen. Später trennten sich die beiden auf ihrer Wanderung, weil der Mann den Angaben zufolge umkehren wollte. Als die Frau dann nichts mehr von ihm hörte, meldete sie ihn am Sonntagspätnachmittag bei der Polizei als vermisst.

Berchtesgaden: Polizei findet vermissten Wanderer in kurzer Hose - und völlig durchnässten Schuhen

Die bayerische und die österreichische Polizei suchten den 49-Jährigen dann mit Hubschraubern. Sie fanden ihn schließlich auf etwa 1.900 Höhenmetern an einer steilen Bergwand. Zuvor sei der Mann rund 600 Höhenmeter durch abschüssiges, wegloses Gelände geklettert. Der 49 Jahre alte Mann trug nach BRK-Angaben ein Hemd und eine Daunenjacke sowie eine kurze Hose. Seine Turnschuhe seien völlig durchnässt gewesen. Weil sein Handy keinen Empfang mehr hatte und der Akku leer war, habe er keine Hilfe holen können. Unterwegs habe der Wanderer seinen Rucksack verloren, hieß es. Bis auf einige Abschürfungen sei er unverletzt gewesen.

Wanderer übersteht zwei Tage in den Alpen: Grenzt an ein Wunder - BRK warnt vor tückischem Wetter

Dass er die lange Zeit fast unbeschadet überstanden habe, grenze an ein Wunder, sagte ein Sprecher. Das BRK warnt, bei den aktuell warmen Temperaturen* könne es an noch verschneiten Hängen in den Alpen zu Schneeschmelzen kommen. Dadurch könne es rutschig werden. Bergwanderer sollten das bedenken und sich entsprechend ausrüsten. (dpa/lby) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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