Betretungsverbot in Planung

Beliebtes Ausflugsziel in Oberbayern ist gefährlicher Instagram-Hotspot - Massive Kritik gegen Influencer

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Der Königssee-Wasserfall ist ein Instagram-Hotspot, obwohl es gefährlich werden kann. Nun wird ein Betretungsverbot vorbereitet. Ein Tourismus-Manager wird deutlich.

  • Der Königssee-Wasserfall gilt als Instagram-Hotspot.
  • Der Nationalpark Berchtesgaden warnte vor einer großen Gefahr.
  • Nun wird ein Betretungsverbot vorbereitet.

Berchtesgaden - Der Königssee-Wasserfall im Nationalpark Berchtesgaden gilt als Instagram-Hotspot, obwohl es dort auch schon Unfälle gegeben hat. 2019 kam es dort zu einer Tragödie. Zwei junge Männer sind ums Leben gekommen. Einer der Männer kam nicht mehr aus dem Wasser heraus, sein Freund versuchte zu helfen - beide ertranken.

Instagram-Hotspot: Influencerin postet Bild von Königssee-Wasserfall - „Wirklich etwas gefährlich“

Auch Influencerin Yvonne Pferrer ließ sich von der Gefahr nicht abschrecken und besuchte den Instagram-Hotspot. Ihren damals 1,2 Millionen Followern zeigte sie anschließend ein Bild davon. Der Gefahr schien sie sich durchaus bewusst, so schrieb sie auf Instagram: „Auch für uns einer der krassesten Spots die wir bisher gesehen haben und wirklich etwas gefährlich! Allein der Weg dorthin durch den Wald ist nicht ohne!“

Der Nationalpark Berchtesgaden schlug direkt Alarm. In einer Instagram-Story, die nach 24 Stunden nicht mehr abrufbar ist, wurde die Influencerin direkt angesprochen. „Liebe Yvonne, wir, der Nationalpark Berchtesgaden haben deinen Post seit gestern gesehen und die Kommentare beobachtet. Nun auch von unserer Seite: Du hast eine sehr hohe Reichweite und damit auch viel Einfluss auf viele Menschen. Dir sollte bewusst sein, dass diese Bilder vom Wasserfall auf Instagram auf die Natur, Tiere und Pflanzen, die Besucher und Deine Follower sehr schlimme Folgen nach sich ziehen.“

Königssee-Wasserfall ist Instagram-Hotspot: Kritik an Müll-Hinterlassenschaften - „Wie nach einem Festival“

Immer wieder gab es auch Kritik, weil die Gegend vermüllt hinterlassen wurde. So beschwerte sich Bergfotograf Florian Schütz: „Wer es mit Badelatschen bis zum Wasserfall schafft und dann barfuß im matschigen Steilgelände nicht abstürzt, sollte es auch schaffen, seinen Dreck wieder mitzunehmen.“ Und weiter: „Da fragt man sich schon, warum dann so ,tolle Bilder von der wunderbaren Natur am Königssee‘ in den sozialen Medien gepostet werden, wenn es zwei Meter daneben so aussieht, wie nach einem Festival.“ Derzeit wird von Nationalpark und Landratsamt ein Betretungsverbot vorbereitet, hieß es im September. Das wird nun offenbar konkreter.

„Nachdem es in diesem Sommer so viel Ärger gab, wird für das Gelände rund um den „Natural Infinity Pool“ wohl aus naturschutzrechtlichen Gründen ein Betretungsverbot ausgesprochen. Der Fall liegt derzeit beim Landratsamt, das dafür zuständig ist“, erklärt Sepp Wurm, Social Media Manager beim Tourismusverband Berchtesgadener Land, gegenüber der Augsburger Allgemeinen.

Instagram-Hotspot Königssee-Wasserfall: „Den Influencern geht es nicht um die Region, sondern um sich selbst“

Hat die Region durch Instagram auch profitieren können? „Es mag einzelne Reiseblogger geben, die tolle Botschafter für unsere Region geworden sind. Aber von den meisten, die wegen Instagram kommen, hat keine Region wirklich viel. Den Influencern geht es nicht um die Region, sondern in erster Linie um sich selbst. Die haben eine bestimmte Pose, mit der sie umherreisen und die immergleichen Fotos machen. Die Landschaft und die Natur verkommen auf den Bildern zur Kulisse, die sie nicht wirklich interessiert“, kritisiert Wurm.

Instagram-Hotspot am Königsseee: „Die vielen Fotojäger treten uns die Vegetation kaputt“

Besonders für den beliebten Wasserfall am Königssee hatte das Folgen: „Früher waren die Gumpen nur über einen kleinen Pfad erreichbar, heute sind es ganz viele Trampelpfade. Die vielen Fotojäger treten uns die Vegetation kaputt, hinterlassen an vielen Stellen ihren Müll und fliegen mit ihren Drohnen über geschützte Gebiete. Manche zünden sogar Lagerfeuer an oder campen dort. Dabei ist all das strengstens verboten“, so Wurm gegenüber der Augsburger Allgemeinen.

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Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa/dpa-Bildfunk

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