Mehr als 100 Interessenten

So kurios vergibt eine oberbayerische Gemeinde Gräber auf dem Friedhof

Auf dem Alten Friedhof in Berchtesgaden sind einige Plätze frei geworden. Der Ansturm ist groß - daher hat sich die Gemeinde ein recht kurioses Vergabeverfahren einfallen lassen.

Berchtesgaden - In der oberbayerischen Gemeinde Berchtesgaden werden Gräber in einer Art Lotterie verlost. Seit Ende April können sich Einheimische für rund 200 Gräber auf dem Alten Friedhof im Ortszentrum bewerben - nicht einmal einen Monat nach Start der Antragsfrist im April meldete die Friedhofsverwaltung am Mittwoch bereits den Eingang des 100. Antrags. Die Frist endet am 30. Juni, verlost wird am 18. Juli im Kongresshaus in Berchtesgaden.

Zu vergeben sind 140 Erdbestattungs- sowie 60 Urnengräber. Schon jetzt können sich Interessenten auf einem Plan im Internet oder direkt auf dem Friedhof eine Stelle aussuchen, an der sie selbst oder ihre Angehörigen dereinst ruhen sollen. An den freien Gräbern steckt ein Pflock mit einem Schild. Vergeben werden die Plätze dann in der Reihenfolge der Losziehung: Wessen Los zuerst gezogen wird, hat ersten Zugriff auf besonders begehrte Plätze.

Seit langem waren auf dem jahrhundertealten Friedhof keine neuen Grabstätten mehr vergeben worden; in den 1970er Jahren war er sogar komplett gesperrt gewesen. Weil auf dem Alten Friedhof zuletzt immer mehr Plätze frei wurden, sei beschlossen worden, diese neu zu vergeben. Im April hatte der zuständige Friedhofsverband die Verlosung beschlossen. „Man wollte ein möglichst gerechtes Verfahren“, sagt der Geschäftsleiter der Marktgemeinde Berchtesgaden, Anton Kurz. Über die Entscheidung des Friedhofsverbandes hatten im April mehrere Medien berichtet.

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dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Carmen Jaspersen

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