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Berchtesgadener Land

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Das Rathaus von Berchtesgaden (Bayern)
Das Rathaus von Berchtesgaden © Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Das Berchtesgadener Land ist ein Landkreis mit geringer Bevölkerungsdichte. Aufgrund seiner voralpinen und alpinen Landschaften stellt es eine beliebte Tourismus-Region dar.

Bad Reichenhall – Am 1. Juli 1972 erfolgte im Rahmen einer Gebietsreform im Freistaat Bayern der Zusammenschluss des Landkreises Berchtesgaden mit Teilen des Landkreises Laufen sowie mit der kreisfreien Stadt Bad Reichenhall zum neuen Landkreis Berchtesgadener Land. Sowohl diese Neugliederung als auch die Bezeichnung des neuen Landkreises waren stark umstritten. So hatten sich insbesondere die Vertreter des Landkreises Laufen für den Namen „Landkreis Bad Reichenhall“ eingesetzt. Dies lehnte jedoch die bayerische Staatsregierung ab.

Berchtesgadener Land: Lage und geografische Verhältnisse

Der Landkreis Berchtesgadener Land liegt im äußersten Südosten Bayerns und erstreckt sich über ein Gebiet mit einer Fläche von knapp 840 Quadratkilometern. Er grenzt im Süden, Westen und Osten an das Nachbarland Österreich. Im Norden hat das Berchtesgadener Land eine gemeinsame Grenze mit dem Landkreis Traunstein.

Die Lage des Landkreises ist (vor-)alpin geprägt: Im Süden des Landkreises liegen die Chiemgauer Alpen sowie die Berchtesgadener Alpen. Dagegen ist der nördliche Teil des Landkreises durch eine Hügellandschaft gekennzeichnet. Das Berchtesgadener Land hat zahlreiche Seen, unter anderem die folgenden:

Der Watzmann stellt die höchste Erhebung im Landkreis Berchtesgadener Land dar, seine Mittelspitze erreicht eine Höhe von 2.713 Metern.

Berchtesgadener Land: Einwohner und Städte

Im Landkreis Berchtesgadener Land leben rund 106.000 Einwohner (Stand 2019). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 126 Einwohnern je Quadratkilometer und mit diesem Wert unter dem Durchschnitt in Bayern. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen kam es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu einem starken Anstieg der Bevölkerungszahl: Lebten vor Kriegsbeginn knapp 60.000 Menschen in der Region, waren es zu Beginn der 50er-Jahre über 84.000 Personen. Um die Jahrtausendwende betrug die Einwohnerzahl des Landkreises rund 100.000.

Die folgenden Städte und Gemeinden gehören zum Landkreis Berchtesgadener Land:

In der Kreisstadt Bad Reichenhall leben mehr als 18.000 Einwohner. Mit Freilassing (17.147 Einwohner) und Laufen (7.316 Einwohner) hat der Landkreis zwei weitere Städte.

Berchtesgadener Land: Die Geschichte bis ins 19. Jahrhundert

Das Gebiet des heutigen Landkreises Berchtesgadener Land bildete in früheren Zeiten das Stammesherzogtum Baiern und damit einen Teil des Ostfränkischen Reiches, das vom 6. bis zum 12. Jahrhundert bestand. Im 13. Jahrhundert spaltete sich das Berchtesgadener Land auf: Zum überwiegenden Teil geriet es in den Herrschaftsbereich des Fürstbistums Salzburg, dabei stellte Rupertiwinkel den Mittelpunkt dar. Darüber hinaus etablierte sich das Klosterstift Berchtesgaden und stieg in der Mitte des 16. Jahrhunderts als Fürstprobstei Berchtesgaden zu einer ähnlichen Macht wie das Fürstbistum Salzburg auf. Außerdem wuchs im Nordwesten des heutigen Landkreises die Stadt Bad Reichenhall einschließlich des Umlands zu einer weitgehend eigenständigen Region heran.

Diese drei Landesteile durchliefen über viele Jahrhunderte eine unterschiedliche Geschichte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden sie vollständig in das Königreich Bayern integriert. Im frühen 20. Jahrhundert bis 1939 war der heutige Landkreis Berchtesgadener Land in die folgenden Bezirke eingeteilt:

Berchtesgadener Land: Die Geschichte bis in die Gegenwart

Die Stadt Reichenhall erhielt am 7. Juni 1890 vom bayerischen Prinzregenten Luitpold das Recht, den Zusatz „Bad“ zu führen. Bad Reichenhall erreichte 1929 den Status als kreisfreie Stadt. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde das Führersperrgebiet Obersalzberg errichtet. Darin lagen der Berghof von Adolf Hitler sowie weitere Ferienhäuser von bekannten NS-Politikern. Im Zuge einer Reform des deutschen Kommunalrechts entstanden mit Wirkung zum 1. Januar 1939 aus den unteren Verwaltungsbezirken Landkreise, wie sie heute bestehen. Dementsprechend wurden aus den Bezirksämtern Berchtesgaden und Laufen die gleichnamigen Landkreise. Die zuvor kreisfreie Stadt Bad Reichenhall verlor diesen Status wieder und wurde 1940 in den Landkreis Berchtesgaden integriert.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebiet des heutigen Landkreises Berchtesgadener Land von US-amerikanischen Streitkräften besetzt. Nach Kriegsende beließen sie es bei der Aufteilung der Region in die Landkreise Laufen und Berchtesgaden, Bad Reichenhall erkannten sie wieder den Status als kreisfreie Stadt zu.

Berchtesgadener Land: Politik und Wirtschaft

In der Politik des Landkreises spielt die Partei CSU eine beherrschende Rolle. Diese Partei stellt seit der Gründung des Landkreises Berchtesgadener Land in der heutigen Form 1972 ununterbrochen den Landrat. Seit den letzten Kommunalwahlen (2020) hat Bernhard Kern dieses Amt inne. Der Kreistag des Landkreises hat 60 Mitglieder. Nach der CSU stellen gegenwärtig die Freien Wähler und die Grünen die stärksten Fraktionen.

Die Wirtschaft des Landkreises weist mit 30 Prozent einen hohen Anteil von produzierendem Gewerbe (Industrie und Handwerk) auf. Zu den bekanntesten Betrieben gehören:

Darüber hinaus haben diese Wirtschaftszweige eine große Bedeutung für das Berchtesgadener Land:

Berchtesgadener Land: Wichtige Sehenswürdigkeiten

Der Landkreis Berchtesgadener Land bietet vielfältige Sehenswürdigkeiten und die Gelegenheit, sehr unterschiedliche Freizeitaktivitäten zu betreiben. Im Landkreis finden gesundheitsbewusste Feriengäste viele Wellness-Einrichtungen. Zu den beliebtesten gehören dabei die Watzmann-Therme und das Solebad Rupertus-Therme in Bad Reichenhall. Die weltbekannte Kurstadt bietet darüber hinaus diese Sehenswürdigkeiten beziehungsweise Möglichkeiten der Freizeitgestaltung:

Außerdem können Besucher Bad Reichenhalls mit der historischen Predigtstuhlbahn auf den Gipfel des gleichnamigen Berges fahren. Diese Seilbahn wurde 1928 gebaut und gilt heute als älteste noch betriebene Großkabinen-Seilbahn.

Das Kehlsteinhaus zieht jedes Jahr viele geschichtlich interessierte Touristen an. Es wurde 1937 und 1938 als repräsentatives NS-Gebäude in der Nähe von Berchtesgaden unterhalb des Gipfels des Kehlsteins errichtet. Heute beherbergt das Gebäude eine Dauerausstellung über die Geschichte des Hauses als Teil des Führersperrgebiets Obersalzberg und eine Gaststätte.

Im Königlichen Schloss Berchtesgaden können Touristen eine große Sammlung an historischem Porzellan aus Ostasien sowie Erzeugnisse aus den deutschen Porzellanmanufakturen Meißen, Nymphenburg und Franktal besichtigen. Darüber hinaus ist das Rehmuseum mit wildwissenschaftlichen Exponaten in diesem Schloss untergebracht.

Berchtesgadener Land: Weitere Sehenswürdigkeiten

Große und kleine Eisenbahn-Fans besuchen im Landkreis Berchtesgadener Land die Lokwelt Freilassing. Dieses Museum wurde in einem ehemaligen Bahnbetriebswerk errichtet. Es beherbergt eine große Sammlung von Lokomotiven und Abteilwagen aus den letzten 150 Jahren der Geschichte.

Der Nationalpark Berchtesgaden ist der einzige alpine Park dieser Art in Deutschland. Er liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Schönau und Ramsau. Dabei grenzt der Nationalpark in weiten Teilen an Österreich. Der Watzmann befindet sich auf dem Gelände dieses einzigartigen Naturparks. Wanderer können hier zahlreiche alpine Pflanzen und Tiere sehen, darunter auch seltene Alpenbewohner, wie zum Beispiel Birk-und Auerhuhn, Schneehasen und Murmeltiere. Als Besucherzentrum ist das Haus der Berge errichtet worden. Insgesamt bietet dieser Nationalpark Wanderwege und -stege von rund 260 Kilometern Länge. Mitten im Nationalpark Berchtesgaden liegt der Königssee. Er gehört zu den beliebtesten Urlaubs- und Ausflugszielen Bayerns. Der Gebirgssee liegt auf einer Höhe von rund 600 Metern zwischen den Hängen des Watzmanns und des Hagengebirges. Ferien- und Tagesgäste nutzen das Angebot der Ausflugsschifffahrt oder nutzen das Wegenetz, um die Umgebung des Sees zu Fuß oder mit dem Rad zu erkunden.

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