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Einsames Alpen-Idyll wie es diese Wanderin auf dem Nebelhorn im Oberallgäu genießt, wird am Wochenende schwer zu finden sein. Wegen der wohlwollenden Wettervorhersage erwarten die Hüttenwirte einen Besucheransturm.

Altweibersommer in den Alpen

Der Berg ruft: Unsere Ausflugstipps zum Kirta-Wochenende

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Die Hüttenwirte in den bayerischen Alpen stellen sich auf ein anstrengendes (und lukratives) Wochenende ein – traumhaftes Herbstwetter dürfte mehr Wanderer in die Berge locken, als dort seit Monaten unterwegs waren. Doch es gibt Wege, den Trubel zu vermeiden.

Schliersee/München – Peter Weihrer, Hüttenwirt des Rotwandhauses hoch über dem Spitzingsee, weiß, was auf ihn zukommt. „Wir stellen uns darauf ein, dass es dieses Wochenende rumpelt“, sagt er in gediegenem Tirolerisch. Und meint, dass ihm wahrscheinlich ein Besucheransturm ins Haus steht wie die ganze Saison noch nicht.

Nach mauem Wetter in den vergangenen Wochen hofft der Wirt auf den Altweibersommer: An seinem Außenschank lässt Weihrer die Gulaschkanone laden, um die Berggänger zu versorgen, die es eiliger haben. „Wer Lammhaxe oder Spinatknödel will, der muss sich drinnen anstellen, das hilft nichts. Die Küche schafft nur, was sie schafft“, warnt der Wirt. „So extrem wird es nur drei, vier Mal im Jahr.“

Das Rotwandhaus ist eins der beliebtesten Wanderziele im Mangfallgebirge und ganzjährig geöffnet. Auf vielen anderen Hütten neigt sich die Saison langsam dem Ende zu. „In den niedrigen Lagen der Ammergauer Alpen, im Mangfallgebirge und im Chiemgau haben die allermeisten Hütten am kommenden Wochenende aber noch geöffnet“, sagt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV).

„Wenn, dann jetzt“, rät er trotz des zu erwartenden Ansturms zur Bergtour – und prognostiziert „Klischee-Herbst mit klarer Luft, Fernsicht und tollen Farben“. Bucher gibt dazu Tipps, wie Wanderer dem größten Trubel ausweichen können: „Das Allerwichtigste: früh losfahren“, sagt er. „Von München aus am besten vor 6.30 Uhr.“ Und: „Wer einsam unterwegs sein will, sollte eine Tour machen, bei der es keine Bergbahn und keine Einkehr gibt.“

Der DAV-Experte rät beispielsweise zum familienfreundlichen Aufstieg von Lenggries (Kreis Miesbach) aus zum Geierstein. Der dauere rund 2,5 Stunden. Etwas anspruchsvoller, aber „der Königsweg“ sei von dort aus weiter die Überschreitung zum Fockenstein und bei Tegernsee zurück ins Tal. So marschiert man außerdem von einem Bahnhof zum anderen. Also ein Ausflug mit dem Zug – ohne Stau.

Tipps zum Kirta-Wochenende

Am Wochenende ist nicht nur bestes Herbstwetter vorhergesagt, das Kirchweih-Fest bietet Anlass zum Feiern: Besonders auf dem Land gehören der dritte Oktobersonntag und der Montag darauf dem gemeinsamen Fest der Kirchen – zu dem auch weltliche Genüsse wie die Kirta-Gans oder die schmalzgebackenen Kirta-Nudln gehören. Ein besonderes Erlebnis ist am Sonntag und Montag das Kirta-Fest im Freilichtmuseum Glentleiten bei Großweil (Kreis Garmisch-Partenkirchen) mit Kirta-Hutschn, Bauernmarkt und historischer Kegelbahn. Dazu werden in offenen Werkstätten alte Handwerkstechniken demonstriert; Kinder können selbst mitwerkeln. Zu Stuben- und Zithermusik kommen Tanz- und Singfreudige am Sonntag von 14 bis 17 Uhr auf ihre Kosten.

Bereits am Samstag findet von 10 bis 17 Uhr im Hofbrauhaus Freising ein großer Bauern- und Handwerkermarkt statt, mit Schmankerln vom Grill. Der Kirchweihmarkt in der Innenstadt von 8 bis 18 Uhr trifft in Erding mit dem verkaufsoffenen Sonntag in der Altstadt von 13 bis 18 Uhr zusammen. Im Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck läutet am Samstag um 20 Uhr der Kirta-Tanz mit der Ampertaler Kirtamusi (Eintritt Abendkasse: elf Euro) den zehnjährigen Jubiläums-Kirta ein. Am Sonntag von 11 bis 17 Uhr herrscht laut Veranstalter „Stimmung wie auf der Oidn Wiesn“. Eintritt für Fest und Markt: drei Euro.

Doch nicht alles ist Kirta: Bei Rottach-Egern (Kreis Miesbach) findet am Samstag der Almabtrieb von der Wechselalm nach Ellmau statt. Nach einem unfallfreien Almsommer zieht das geschmückte Vieh gegen 12.45 Uhr von der Monialm los über Enterrottach und kommt gegen 14 Uhr in seinem Winterquartier in Ellmau an. Für Schloss und Park Linderhof bei Ettal (Kreis Garmisch-Partenkirchen) gelten an diesem Wochenende letztmalig die Öffnungszeiten der Sommersaison von 9 bis 18 Uhr. Ab Montag werden sie auf 10 bis 16 Uhr verkürzt. Außerdem schließen die übrigen Parkbauten.

Erstmals nach sechs Jahren findet am Sonntag ab 13.30 Uhr wieder der Leonhardi-Umritt von Gebensbach nach Erlach in der Gemeinde Taufkirchen an der Vils (Kreis Erding) statt.

von Josef Ametsbichler

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